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Konfliktlösung ist eine alltägliche Aufgabe für Projektmanager. Wir sind häufig damit betraut, Konfliktlösungstechniken anzuwenden und emotionale Arbeit zu leisten, negative Dynamiken zu entwirren und bessere Prozesse sowie eine stärkere Unternehmenskultur zu etablieren.

Konflikte entstehen oft durch eine gestörte Kommunikation. Erwartungen wurden möglicherweise nicht klar formuliert, der Kontext wurde nicht vermittelt, Absichten und Handlungen wurden fehlinterpretiert.

Doch Konflikte sind nicht per se schlecht. Sie können dabei helfen, Ineffizienzen in unseren Prozessen und Teams aufzudecken. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Konflikten gibt Hinweise darauf, wie Prozesse, Kultur und Teamdynamik sowie Zusammenarbeit verbessert werden können.

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12 Konfliktlösungstechniken für Konflikte am Arbeitsplatz

Als Projektmanager liegt es oft an uns, den Stier bei den Hörnern zu packen.

Aber mit dem richtigen Werkzeugkasten können wir Konflikte lösen, ohne dass dabei eine aufgeladene emotionale Atmosphäre entsteht. Wir schaffen einen sicheren Raum für unser Team und verbessern die Kommunikation, sodass unser Team vorbereitet ist, wenn Konflikte unweigerlich auftreten, und mit Konfliktlösungen vertraut ist.

Hier sind 12 effektive Konfliktlösungstechniken, die wir anwenden können, wenn wir uns fragen, wie man Konflikte bewältigt.

1. Vergessen Sie das Gewinnen oder Recht-Haben

Der einzige Sieg im Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz ist ein gemeinsamer, der zur Deeskalation, zu neuem gemeinsamen Verständnis und zur Konfliktbeilegung führt.

Wenn Sie die Person (oder das Team) auf der anderen Seite des Konflikts als Ihren Gegner betrachten, führt das dazu, dass alle Betroffenen in gegensätzlichen Positionen verharren. Dadurch werden die folgenden Konfliktlösungstechniken entkräftet, die die Wahrscheinlichkeit eines für alle günstigen Ergebnisses erhöhen.

Das kann besonders schwer sein, wenn Sie bereits des Öfteren mit einer bestimmten Person aneinandergeraten sind (oder Sie sind sich wirklich ganz sicher, dass Sie recht haben). Doch gerade bei wiederkehrenden Konflikten, ganz gleich wie klein, wird dieses Prinzip umso wichtiger. 

Konflikte, die in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts behandelt werden, können wertvolle Einsichten in die Erwartungen Ihres Teams oder Ihres Kunden sowie in Kommunikationsfähigkeiten und -stile bringen. Das gibt Ihnen die besten Informationen, um eine Lösung zu finden, die optimal für den Kunden, das Team und das Projekt ist.

2. Suchen Sie nach der Ursache, nicht nach einem Schuldigen

Als Projektmanager wissen wir sehr gut, dass Menschen Fehler machen – schließlich sind wir häufig diejenigen im Team, die diese bemerken. Es ist möglich, sich auf den Fehler einer Person zu konzentrieren, ohne gleich Schuldzuweisungen zu betreiben: Betrachten Sie die Stelle im Prozess, an welcher der Fehler geschehen ist.

Hatte die betreffende Person die richtigen Informationen, um ihre Aufgabe korrekt zu erfüllen? Haben die Kontrollmechanismen in Ihrem Prozess wie üblich funktioniert? Ging beim Informationsaustausch eventuell ein Teil des Kontextes verloren?

Wenn Sie sich auf den Konfliktlösungsprozess anstatt auf Vorwürfe konzentrieren, helfen Sie, Fehler in Zukunft zu vermeiden und geben Ihrem Team das Gefühl, dass Sie hinter ihm stehen, wenn mal etwas schiefgeht. Denn Fehler passieren jedem – auch Projektmanagern.

3. Benennen Sie Ihre Gefühle, bevor Sie sich treffen

Wir sind Menschen; unvollkommen und oft irrational. Einen Schritt zurückzutreten und die eigenen Gefühle ehrlich zu benennen, ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die man frühzeitig im Umgang mit Konflikten ergreifen kann – und es hilft, die eigene emotionale Intelligenz zu steigern.

Dies ist eine der simpelsten Konfliktlösungstechniken, denn Sie können diesen Schritt allein tun – eventuell hilft es, mit einer außenstehenden, nicht beteiligten Person zu sprechen.

Wenn Sie Ihre Gefühle benennen, kommen Sie der eigentlichen Ursache des Konflikts besser auf die Spur. Sie können wütend, enttäuscht oder vielleicht sogar verraten sein – aber was steckt hinter diesen Gefühlen?

Vielleicht sind Sie verärgert, weil Ihnen oder Ihrem Team wichtige Aspekte einer Entscheidung oder des Entscheidungsprozesses nicht mitgeteilt wurden – oder nicht rechtzeitig kommuniziert. Daraus entsteht Enttäuschung, außen vor gelassen worden zu sein.

So erhalten Sie ein konkretes Beispiel und eine nachvollziehbare Emotion, die Ihnen helfen, in der Kommunikation die Ursache des Konflikts zu erkennen.

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4. Arbeiten Sie mit der anderen Partei zusammen

Viele Konflikte am Arbeitsplatz entstehen durch Missverständnisse, die aus unterschiedlichen Kommunikationsstilen resultieren. Sie sagen vielleicht etwas, und ein Kollege versteht es ganz anders als beabsichtigt – oder interpretiert es aus seiner Perspektive.

Das ist unvermeidbar, denn der digitale Arbeitsalltag bedeutet, dass wir ständig über Slack kommunizieren und häufig remote arbeiten. Oft haben wir viele Teammitglieder noch nie persönlich getroffen.

Das kann die Risiken zwischenmenschlicher Konflikte und besonders der Teamkonfliktlösung verstärken, da mehr verschiedene Persönlichkeiten und Kommunikationspräferenzen aufeinandertreffen – und dadurch noch mehr Möglichkeiten für Kommunikationsprobleme und daraus resultierende Konflikte entstehen.

Wenn Sie die andere Partei zur Zusammenarbeit einladen, reichen Sie metaphorisch den Olivenzweig – Sie zeigen, dass Sie offen sind für ihre Bedürfnisse, bereit sind zuzuhören und verstehen, dass der Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz ein gegenseitiger Prozess ist.

Und vergessen wir nicht, dass sie tatsächlich umsetzbare Einblicke dazu geben können, wie man am besten mit ihnen kommuniziert und wie ihr genereller Ansatz zur Konfliktlösung im Team aussieht.

5. Halten Sie Ihr Gespräch zielgerichtet

Zielorientiertes Handeln ist für viele Projektmanager fast schon selbstverständlich, da es zu unseren Aufgaben gehört. Leider wird dies oft übersehen, wenn man versucht, einen meist technisch ausgerichteten und direkt messbaren Rahmen auf etwas so Emotionales und Komplexes wie einen Konflikt am Arbeitsplatz zu übertragen.

Wir wissen alle, warum Konfliktlösung gut ist, aber welche konkreten Vorteile lassen sich an einen bestimmten Konflikt knüpfen? Wenn Sie einschätzen, wie ein Konflikt mit einem Kollegen zu bewältigen ist, stellen Sie möglicherweise fest, dass Ihr Gegenüber offener für ein Gespräch ist, wenn Sie Ihr Ziel klar ansprechen.

Zum Beispiel: „Ich möchte, dass unsere Teams gemeinsam Wege finden, Probleme frühzeitig zu erkennen.“ Oder: „Ich möchte unseren Prozess prüfen, damit wir dies beim nächsten Mal vermeiden können.“ Oder einfühlsamer: „Ich möchte wissen, was ich beim nächsten Mal besser machen kann.“ – all diese Aussagen schaffen einen Austausch auf Augenhöhe.

Das ist entscheidend, wenn es darum geht, einen Konflikt am Arbeitsplatz zu lösen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass unser nächster Tipp (ein persönliches Gespräch) tatsächlich stattfindet und erfolgreich ist.

6. Treffen Sie sich persönlich

Viele Introvertierte werden bei diesem Punkt verständlicherweise zusammenzucken. Ein persönliches Gespräch bei Konflikten kann ziemlich herausfordernd sein und birgt einige Tücken, doch es ist von enormer Bedeutung, um andere Methoden der Konfliktlösung zu unterstützen.

Kommunikationswege

E-Mail, Slack und Telefonate bieten weit mehr Möglichkeiten für Missverständnisse als ein gutes altmodisches persönliches Gespräch. E-Mails sind ineffizient, geben Zeit für Groll und negative Gefühle, und bergen die hohe Gefahr, dass Ihre Nachricht – besonders wenn eine Partei sich angegriffen fühlt – missverstanden wird.

Slack lässt selten Raum für ein achtsames Gespräch, und Telefonate berauben uns wichtiger emotionaler Hinweise in der Mimik und Körpersprache des Gegenübers.

Kurz gesagt: Viele Methoden zur Konfliktlösung verlieren an Wirkung, wenn sie von visuellen, emotionalen Hinweisen getrennt werden. Das erfordert auch ein gewisses Maß an Offenheit Ihrerseits. Es kann nötig sein, manche Emotionen bewusst zu zeigen und andere zu kontrollieren.

Stichpunkte aufzuschreiben oder die eigenen Gesprächsnotizen vorab mit einer neutralen Person zu besprechen, kann helfen, wenn Sie befürchten, im Gespräch zu emotional zu reagieren. Wichtig ist aber, das Gegenüber nicht mit einem langen Skript zu überrumpeln, sondern zum offenen Dialog einzuladen.

Die Überwindung der Hürde „Nach dem Gespräch fragen“

Zugegeben: Das persönliche Gespräch ist leichter gesagt als getan. Nach einem persönlichen Treffen zu fragen, kann für beide Seiten einschüchternd sein. Man könnte denken: „Was habe ich denn jetzt angestellt, dass wir darüber tatsächlich ein Meeting brauchen?“

Dies kann auch als etwas aufdringlich verstanden werden, vor allem, wenn Ihr Unternehmen keine Wege oder Prozesse bietet, diese Anfrage für Teammitglieder zu erleichtern.

Wenn Sie sich jedoch auf die Konfliktlösungs-Techniken #4 („Mit der anderen Partei zusammenarbeiten“) und #5 („Das Gespräch zielgerichtet halten“) stützen, können Sie diesen Effekt mindern: Fragen Sie, wie und wann Ihr Gegenüber sich ein Treffen wünscht, und verbinden Sie das Gespräch mit Ihrem Ziel. So ist die Bereitschaft zu einem offenen Austausch oft größer.

Das perfekte Timing

Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist ebenfalls eine Herausforderung: Wir wollen nicht sprechen, wenn die Emotionen noch hochkochen, aber auch nicht zulassen, dass sich Groll festsetzt.

Wir möchten Menschen auch nicht zu einem Gespräch drängen, bevor sie bereit sind (besonders introvertierte Personen brauchen manchmal mehr Zeit, ihre Gedanken zu sammeln), aber das Thema soll auch nicht so lange warten, dass es an Priorität verliert.

Das bietet eine weitere Gelegenheit, auf #5 (mit dem Anderen zusammenarbeiten) zurückzugreifen, indem Sie gemeinsam besprechen, wann der beste Zeitpunkt für das Gespräch sein könnte.

In der Rolle des moderierenden Managers

Wenn Sie als Führungskraft einen Konflikt zwischen anderen moderieren, kann ein Gespräch auf Biegen und Brechen negative Folgen haben: Die Betroffenen fühlen sich vielleicht gedrängt, das Thema voreilig abzuhaken, ohne echte Aussprache oder Konfliktlösung – insbesondere, wenn eine Aufsichtsperson am Gespräch teilnimmt.

Je nachdem, wie Sie die Situation einschätzen (und wie selbstreflektiert die beteiligten Mitarbeiter sind), ist es manchmal sinnvoller, zunächst Einzelgespräche zu führen. So kann sich jede Partei Luft machen, fühlt sich gehört und kann ihre Emotionen ordnen.

Das verschafft Ihnen auch einen besseren Eindruck, ob Sie die Mitarbeiter dazu ermutigen sollten, die Sache selbst zu klären (ggf. mit Ihren Tipps oder einem firmeninternen Leitfaden), oder ob ein Dritter zur Vermittlung und Deeskalation hinzugezogen werden sollte.

7. Machen Sie ihre Gefühle verständlich & spiegeln Sie sie zurück

Wenn Sie überlegen, wie Sie einen Konflikt mit einem Kollegen handhaben, hilft es, die Quelle der Frustration herauszufinden und diese ihm gegenüber auszusprechen. Das bestätigt sein/ihr Empfinden. Sie zeigen damit nicht nur Ihre Bereitschaft zuzuhören, sondern beweisen auch, dass Sie ein guter Zuhörer sind.

Da effektive Kommunikation das Herzstück jeder erfolgreichen Konfliktlösungsstrategie ist, hilft Zuhören – insbesondere aktiv zu zeigen, dass Sie zuhören (bekannt als aktives Zuhören) – nicht nur bei dem aktuellen Konflikt, sondern schafft auch eine offenere Atmosphäre, um künftige Konflikte zu bewältigen.

Das Aussprechen von Gedanken und Gefühlen, die die andere Partei äußert, ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil unseres PM-Werkzeugkastens. Wenn Sie ein Gefühl zurückspiegeln, bestätigen Sie der anderen Partei, dass Sie ihre Sichtweise verstanden haben, oder geben ihr eine Gelegenheit, mögliche Missverständnisse in Ihrer Wahrnehmung des aktuellen Problems zu korrigieren.

8. Geben Sie zu, wenn Sie falsch lagen oder was Sie besser hätten machen können

Auch wenn es nicht besonders angenehm ist, das eigene Verhalten oder das Ihrer Teammitglieder ins Rampenlicht zu stellen, gehört diese Herangehensweise zu den wichtigsten Konfliktlösungsstrategien – zum Glück liegt es vielen Projektmanager:innen im Blut.

Wir entwickeln Prozesse; unser eigenes Verhalten zu reflektieren ist als Verantwortliche für den Prozess unabdingbar, um Kommunikationsprobleme, Engpässe und unklare Erwartungen frühzeitig zu erkennen. Sind wir ehrlich: Es gibt immer etwas, das wir für unsere Teams oder Kunden besser machen können.

Ein Beispiel dafür zu geben, was Sie in Zukunft anders machen möchten, schafft ein offenes Klima, in dem auch andere ihr Verhalten kritisch hinterfragen können. Je häufiger Sie das tun, desto stärker wird dieser Aspekt in der Teamkultur verankert.

Wenn alle sich sicher fühlen, eigene Fehler anzusprechen, werden Konflikte im Arbeitsalltag zweitrangig – denn Probleme können in konfliktfreier Atmosphäre konstruktiv bearbeitet werden.

9. Sagen Sie niemals jemandem, was er gesagt, gefühlt oder getan hat

Diese Grundregel stammt direkt aus den HR-Handbüchern für dokumentierte Konfliktlösungsstrategien. Leider sind diese Methoden im Arbeitsalltag noch längst nicht überall angekommen, wenn es um den Umgang mit Konflikten geht.

Das menschliche Gedächtnis ist fehleranfällig – insbesondere, wenn es um die Erinnerung an das Gesagte in emotional aufgeladenen Gesprächen oder das Verhalten in der Vergangenheit geht. Formulierungen wie „Ich habe das Gefühl, dass …“ anstelle von „Du hast gesagt, dass …“ nehmen jegliche Schuldzuweisung aus dem Gespräch heraus und vermeiden es, den anderen mit Absichten zu konfrontieren, die Sie womöglich missverstanden haben.

Beispielsweise anstatt zu sagen: „Du hast das Gespräch abgebrochen, sodass die Entwickler:innen ihre Themen nicht ansprechen konnten“, sollten Sie sagen: „Als das Gespräch zu Ende war, hatte ich den Eindruck, dass das Entwicklungsteam keine Gelegenheit hatte, die angetroffenen Probleme zu schildern. Dadurch könnten wir wichtige Erkenntnisse und Effizienzgewinne verpassen.“

Das enthält sogar etwas von Punkt 6: Die Unterhaltung zielorientiert führen und Erkenntnisse aus der Gegenwart für zukünftige Verbesserungen nutzen.

10. Konzentrieren Sie sich auf das Verhalten, nicht auf die Persönlichkeit

Wenn Sie sich auf Persönlichkeitsmerkmale einzelner Teammitglieder statt auf deren konkretes Verhalten fokussieren, kann das schnell ein toxisches Umfeld schaffen und andere erfolgreiche Konfliktlösungsstrategien untergraben.

Ein:e Vorgesetzte:r könnte zum Beispiel sagen, ein:e Teamleiter:in sei „herablassend“ im Umgang mit anderen. Wird um Beispiele gebeten, möchte die Führungskraft keine Namen nennen, um negative Dynamiken zu vermeiden und die Open-Door-Policy zu schützen.

Anstatt sich an einem konkreten Verhalten festzuhalten wie zum Beispiel: „Versuchen Sie, Ihrem Team mehr Zeit für Fragen zu geben, und üben Sie sich in Geduld bei den Antworten“, führt der Fokus auf ein Persönlichkeitsmerkmal (das die Person womöglich gar nicht für zutreffend hält) zu keinen umsetzbaren Schritten für beide Seiten.

Der Fokus auf die Persönlichkeit ist ein Konfliktlösungsmodell, das oft scheitert. Außerdem führt das Fehlen konkreter Verhaltensbeispiele zur Annahme, dass die Person sich des Problems bewusst ist – oder sogar absichtlich so handelt. Das ist jedoch meist nicht der Fall.

11. Kommunizieren Sie die Erkenntnisse und wenden Sie Learnings beim nächsten Mal an

Was bringen all diese anspruchsvollen Gespräche, wenn daraus nicht auch Verbesserungen in Teamdynamik, Prozessen und Kultur entstehen? Das Dokumentieren von Kommunikationsproblemen und deren Ursachen kann Teams helfen, weniger abgeschottet zu arbeiten und besser zusammenzufinden.

Wenn beide Seiten ihre künftigen Handlungen aus dem Gespräch heraus klar benennen, verfügen Mitarbeitende und Vorgesetzte über Konfliktlösungsstrategien (und vielleicht sogar Präventionsmaßnahmen!), die künftige Gespräche erleichtern.

Das zeigt auch den gegenseitigen Willen, gemeinsam zu wachsen. Es gibt kaum etwas Frustrierenderes, als eine schwierige, konfliktgeladene Diskussion im Team zu führen, ohne dass sich daraus ein Ergebnis ergibt – das macht es für alle unwahrscheinlicher, Konflikte oder Probleme zukünftig direkt anzusprechen.

12. Schaffen Sie Raum für Gespräche und öffnen Sie Kanäle für den Umgang mit Konflikten

Das ist leichter gesagt als getan. Aber mit der richtigen Unternehmenskultur, klaren Kommunikationswegen und geeigneten Prozessen vor dem Auftreten eines Konflikts steigen die Erfolgschancen für die oben genannten Konfliktlösungsstrategien erheblich – und Ihr Team weiß, wie es mit heiklen Konfliktsituationen umgehen kann.

Klare Kanäle für Feedback unter Kollegen oder in umgekehrter Richtung (ja, von Mitarbeitenden zu Vorgesetzten) sind absolut entscheidend, um ein abgestimmtes, kohäsives Team aufzubauen. Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter nicht befähigt ist – oder was noch wichtiger ist, sich nicht befähigt fühlt –, Themen gegenüber Führungskräften oder Kolleg:innen in einer neutralen Umgebung anzusprechen, wird das vermutlich nie geschehen, bis die Situation eskaliert oder, noch schlimmer, die Person das Unternehmen verlässt.

Regelmäßig angesetzte "One-on-One"-Gespräche mit einem strukturierten Feedback-Rahmen innerhalb und zwischen Teams können wie ein Druckventil fungieren, um sicherzustellen, dass problematische Dynamiken angesprochen werden, bevor sie den Projektdurchsatz beeinträchtigen oder ein toxisches Klima entsteht.

Wenn Sie die Einsichten und das volle Potenzial Ihrer eher introvertierten Teammitglieder nutzen möchten, dürfen Sie die Notwendigkeit von Feedback-Kanälen nicht unterschätzen. Viele Personen fühlen sich unwohl dabei, aus eigener Initiative um eine Möglichkeit zum Feedback zu bitten, ergreifen die Gelegenheit aber, wenn sie explizit angeboten wird.

Nicht jeder wird eine proaktive Haltung bei der Konfliktbewältigung einnehmen. Indem Sie einen klaren Lösungsweg vorgeben – anstatt darauf zu vertrauen, dass sich Mitarbeitende selbst einen suchen –, stellen Sie regelmäßige, gesunde Kommunikation sicher.

Diese Konfliktlösungstechniken in die Praxis umsetzen

Wenn Ihr Team wächst und sich weiterentwickelt, werden sich auch dessen Bedürfnisse verändern. Deshalb ist das Schaffen eines Arbeitsumfelds, in dem Konflikte mit kühlem Kopf und klarer Sichtweise angegangen werden, eine dauerhafte Aufgabe. Der beste Maßstab für Ihr Vorgehen bei Konflikten am Arbeitsplatz ist es, die Unternehmenskultur und die Bedürfnisse der einzelnen Personen stets im Blick zu behalten.

Denken Sie daran: Es geht nicht darum, zu gewinnen. Sie sollten einen kollaborativen Ansatz bei der Problemlösung verfolgen, nach Win-win-Lösungen oder anderen Optionen suchen, das Gespräch zielgerichtet halten und sich auf die Ursache des Problems konzentrieren (es geht nicht um Persönlichkeiten).

Sie sollten ein Umfeld schaffen, in dem sich jede Person gehört fühlt, und der direkten Kommunikation den Vorrang geben. Wenn Sie diese zwölf Tipps befolgen, schaffen Sie eine Atmosphäre, in der nicht nur das Zuhören, sondern auch das respektvolle Äußern von Meinungen gefördert wird.

Wie geht es weiter?

Lesen Sie mehr über effektive Konfliktlösungsstrategien, die Ihnen dabei helfen können, Ihre Fähigkeiten in Konfliktlösung und Führung weiterzuentwickeln.

Für weitere Strategien zur effektiven Kommunikation werfen Sie einen Blick auf unseren Artikel zum Thema Verbesserung des Tons in der schriftlichen Kommunikation.