In einer Zeit rasanter technologischer Entwicklungen stehen Projektmanager an vorderster Front – sie sind einzigartig positioniert, um diesen Wandel zu nutzen und strategischen Mehrwert zu schaffen. Die aufstrebende Welt der generativen KI bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich.
Galen Low spricht mit Jean Kang (Gründerin von Path To PM), Ordonna Sargeant (Direktorin für Daten-Governance) und Mukhtar Kadiri (Programmdirektor bei WorkTipsPro) über die aktuelle Landschaft sowie zukünftige Entwicklungen für Projektmanager.
Interview-Highlights
- Jean über KI im Projektmanagement [00:29]
- Jean Kang, ehemalige Programmmanagerin bei Figma und Karrierecoach, hat einen Kurs zum Einsatz von KI im Projektmanagement auf LinkedIn Learning gestartet.
- Sie erhielt Rückmeldungen mit der Frage, warum sich der Kurs speziell auf Projektmanagement und nicht auf allgemeine KI konzentriert.
- Jean findet dieses Feedback interessant und ist der Meinung, dass sich KI ohnehin natürlich in spezielle Anwendungsfälle für verschiedene Branchen weiterentwickeln wird.
- Ordonna über KI und Daten [01:20]
- Ordonna Sargeant, digitale Programmmanagerin eines Fortune-500-Unternehmens, hat kürzlich eine Veranstaltung über Daten und KI geleitet.
- Die Veranstaltung zeigte zahlreiche potenzielle Einsatzmöglichkeiten von generativer KI auf, wie z. B. Risikobeobachtung, besseres Kundenverständnis und Personalisierung.
- Mukhtar über Mythen im Projektmanagement [02:57]
- Mukhtar Kadiri ist ein Speaker und Coach, der Menschen durch sein Coaching-Angebot bei WorkTipsPro hilft, hochbezahlte Projektmanagement-Positionen zu erreichen.
- Er ist häufig in Feeds, Podcasts und Vorträgen zu finden.
- Mukhtar hält es für einen weit verbreiteten Mythos, dass KI die Jobs übernimmt.
- Er betont, dass diejenigen, die nicht lernen, mit der Technologie umzugehen, verdrängt werden könnten – nicht aber die Projektmanager.
- Mukhtar ist optimistisch für die Zukunft und glaubt, dass das Projektmanagement eine wichtige Rolle dabei spielen wird, KI in den Alltag zu integrieren.
Die Personen, die verdrängt werden, sind diejenigen, die nicht wissen, wie man die Technologie nutzt. Projektmanagement bleibt bestehen, und wir werden eine immer wichtigere Rolle dabei spielen, diese Technologie in den Mainstream zu führen.
Mukhtar Kadiri
- Aktuelle Herausforderungen für Projektmanager [03:55]
- Jean Kang bestätigt die Entlassungen, bemerkt jedoch, dass nicht viele Projektmanager betroffen sind. Sie hat vor allem Entlassungen in Vertrieb, Recruiting und Marketing beobachtet.
- Sie ist der Meinung, dass Projektmanagement unverzichtbar ist und eine dauerhafte Rolle bleibt.
- Während ihrer Zeit bei Figma hat das Management die Einstellung für Rollen mit viel Projektmanagement-Aufwand priorisiert und die Fähigkeit geschätzt, Projekte zu leiten, zu managen und mit Stakeholdern zusammenzuarbeiten.
- Mukhtar stimmt Jean zu und bemerkt, dass zwar einige Projektmanager von Entlassungen betroffen waren, diese Funktion jedoch nicht so stark betroffen ist wie andere.
- Er stellt fest, dass insbesondere HR, Recruiting, Customer Success und Softwareentwicklung von Entlassungen stärker betroffen sind.
- Selbst für Softwareentwickler, die traditionell als stabil gelten, ist die aktuelle Zeit herausfordernd.
- Mukhtar schlägt vor, dass die Wahrnehmung von Entlassungen bei Projektmanagern zwar ausgeprägter sein könnte, die Daten jedoch nicht zeigen, dass Projektmanager unverhältnismäßig stark betroffen sind.
- Ordonna Sargeant stellt fest, dass mehr Einstellungen im Projektmanagement erfolgen als Entlassungen.
- Unternehmen suchen nach Personen mit Projektmanagement-Kompetenzen, insbesondere solchen, die selbstständig führen können, auch ohne direkte Weisungsbefugnis.
- Arbeitgeber suchen nach Menschen, die Projekte von Anfang bis Ende leiten können, über verschiedene Methoden hinweg (Wasserfall, Hybrid, Agil).
- Ordonna empfiehlt, bei LinkedIn mit Personen in Kontakt zu bleiben, die Stellenanzeigen posten, da sie oft auch zukünftige Möglichkeiten teilen.
- Sie stimmt dem Panel zu, dass Entlassungen im Projektmanagement nicht so weit verbreitet sind.
- Jean Kang bestätigt die Entlassungen, bemerkt jedoch, dass nicht viele Projektmanager betroffen sind. Sie hat vor allem Entlassungen in Vertrieb, Recruiting und Marketing beobachtet.
- Lernen und Anpassen an Generative KI [10:42]
- Jean empfiehlt einen zweigleisigen Ansatz: Einstellung und konkrete Strategien.
- Einstellung: Verstehen, dass niemand KI vollständig durchschaut hat – nicht mal selbsternannte Experten –, da sie sich rasant weiterentwickelt.
- Konkrete Strategien: Mit Microdose-Learning Überforderung vermeiden und sich auf Lernen konzentrieren, das dem eigenen Workflow echten Mehrwert bringt.
- Jean empfiehlt, mit dem eigenen Vorgesetzten Erwartungen abzustimmen, dessen Unterstützung für KI-Lernen einzuholen und verfügbare Ressourcen wie L&D-Budgets, LinkedIn Learning, Udemy oder Coursera zu nutzen.
- Das Blockieren von 1–2 Stunden pro Woche sowie die Anwendung neuer Konzepte auf reale Projekte machen das Lernen praktikabel und überschaubar.
- Ordonna betont einen vorsichtigen Umgang mit generativer KI, besonders im Zusammenhang mit Datenschutz, etwa bei Tools wie ChatGPT.
- Sie empfiehlt, die eigenen Prompt-Techniken zu verbessern und Branchentrends zu beobachten, etwa über LinkedIn-Hashtags wie #ChatGPT.
- Ordonna hebt den neuen PMI-Kurs zu generativer KI für Projektmanager hervor, der für Mitglieder kostenlos ist.
- Sie fordert ihr Team und Absolventen dazu auf, ChatGPT taktisch einzusetzen und Lösungsansätze neuer vs. erfahrener Projektmanager zu vergleichen.
- Sie betont, wie wichtig es ist, Prompts zu verfeinern, um KI für spezifische Aufgaben im Projektmanagement sinnvoll und effektiv zu machen.
- Mukhtar stimmt Jean und Ordonna zu: Wir stehen noch am Anfang der Einführung generativer KI.
- Er empfiehlt, sich über neue Materialien wie den PMI-Kurs und Jeans Kurs immer auf dem Laufenden zu halten.
- Mukhtar rät, Branchenexperten und -leader auf LinkedIn zu folgen, die regelmäßig zu KI-Inhalten veröffentlichen.
- Er ist ein Fan von Podcasts und merkt an, dass diese von sehr technischen bis zu eher geschäftlichen Perspektiven eine große Bandbreite bieten.
- Er betont die Bedeutung, KIs Rolle an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik zu verstehen.
- Jean empfiehlt einen zweigleisigen Ansatz: Einstellung und konkrete Strategien.
- Missverständnisse über Projektmanagement [17:21]
- Mukhtar nennt ein häufiges Missverständnis: Nicht eingestellt zu werden, liege ausschließlich am Lebenslauf.
- Viele Arbeitssuchende glauben, dass die Optimierung des Lebenslaufs der einzige Schlüssel zum Erfolg bei der Jobsuche ist und engagieren dazu sogar mehrmals professionelle Autoren.
- Mukhtar unterstreicht, dass ein Lebenslauf wichtig ist, aber keinesfalls der einzige Erfolgsfaktor bei der Jobsuche.
- Er empfiehlt Arbeitssuchenden, eine umfassende Strategie zu entwickeln, die Networking, Thought Leadership und soziale Medien einbezieht.
- Mukhtar weist darauf hin, dass es einen “verborgenen Arbeitsmarkt” gibt, auf dem viele Jobs nicht öffentlich ausgeschrieben sind und häufig durch Verbindungen vermittelt werden.
- Er betont die Bedeutung, bei der Jobsuche über das reine Bewerben auf ausgeschriebene Stellen hinauszugehen.
- Jean nennt zwei Missverständnisse im Projektmanagement: Man glaube, man müsse alle Projektmanagement-Qualifikationen besitzen, um eine Stelle zu bekommen, und dass das Fehlen einer PMP-Zertifizierung einen von der Bewerbung ausschließe.
- Sie berichtet von ihrem eigenen Werdegang als Autodidaktin im Programmmanagement und betont, wie sie auch ohne klassische Qualifikationen in das Feld wechselte.
- Jean erinnert sich daran, für die PMP-Prüfung gelernt zu haben, aber erkannte, dass ihre Fähigkeit, strategisch zu denken und wirkungsvolle Beispiele vorzuweisen, dazu beitrug, die Position als Programmmanagerin bei LinkedIn zu erhalten.
- Sie hebt hervor, wie wichtig es ist, die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen überzeugend darzustellen, auch wenn man keinen offiziellen Titel oder eine Zertifizierung besitzt.
- Donna weist auf ein weiteres Missverständnis hin: Projektmanager schaffen es oft nicht, ihren eigenen Wert effektiv zu kommunizieren.
- Sie betont, dass Projektmanager meist die Errungenschaften ihres Teams herausstellen, anstatt ihre eigenen Beiträge und Erfolge klar zu benennen.
- Donna empfiehlt, dass Projektmanager im Lebenslauf strategische Planungs- und Moderationskompetenzen hervorheben sollten.
- Sie wehrt sich gegen die Vorstellung, LinkedIn sei die einzige Plattform für Selbstvermarktung, und ermutigt Projektmanager, Portfolios oder eigene Webseiten zu erstellen.
- Donna hat ihre eigene Webseite, OrdonnaSGT.com, erstellt, um ihre Leidenschaft für Projektmanagement zu zeigen und ihre Sichtbarkeit bei potenziellen Arbeitgebern zu stärken.
- Sie bemerkt, dass echte Begeisterung für Projektmanagement einen positiven Eindruck in Bewerbungsgesprächen hinterlassen kann.
- Mukhtar nennt ein häufiges Missverständnis: Nicht eingestellt zu werden, liege ausschließlich am Lebenslauf.
- Gehaltverhandlungen im Projektmanagement [23:33]
- Mukhtar erläutert Faktoren, die zu höheren Gehältern in Projektmanagement-Positionen führen.
- Zentrale Unterschiede sind Fähigkeiten, Erfahrung und Führungsverantwortung, da leitende Projektmanager in der Regel mehr verdienen.
- Unternehmen entwickeln klare Karrierepfade für Projektmanager und ermöglichen so den Aufstieg in besser vergütete Positionen.
- Spezialisierte Fachkenntnisse wie Cybersicherheit und Cloud-Technologien sind zunehmend gefragt und können zu höheren Gehältern führen.
- Mukhtar betont, wie wichtig die richtige Einstellung bei Gehaltsverhandlungen ist. Viele zögern, Gehälter zu verhandeln, obwohl sie qualifiziert sind.
- Er schildert, wie er einen Klienten erfolgreich dazu ermutigte, ein besseres Angebot auszuhandeln, und unterstreicht die Bedeutung von Selbstvertretung.
- Der Wert engagierter Projektmanager [27:36]
- Donna betont die Wichtigkeit engagierter Projektmanager und anspruchsvoller Projektmanagement-Kompetenzen.
- Sie argumentiert, dass Fachexperten schnell von Projektaktualisierungen und strategischen Entscheidungen überfordert sein können – Aufgaben, die besser bei Projektmanagern aufgehoben sind.
- Donna hebt die entscheidende Rolle von Projektmanagern hervor: Risikobewertung, Kommunikation mit Stakeholdern sowie Zeit- und Ressourcenmanagement im Projekt.
- Sie stellt klar: Auch wenn KI-Tools Aufgaben im Projektmanagement unterstützen können, bleibt der Mensch für effektive Kommunikation und Entscheidungsfindung im Team unerlässlich.
- Jean stimmt Donna zu, was die Notwendigkeit engagierter Projektmanager in technischen Rollen angeht.
- Sie vergleicht Projektmanager mit Quarterbacks und betont deren zentrale Rolle in der Koordination der Teamaktivitäten und beim Projekterfolg.
- Jean hebt die Bedeutung hervor, dass Führungskräfte eine vertrauenswürdige Person haben, auf die sie sich bei der erfolgreichen Steuerung von Projekten verlassen können.
- Sie merkt an, dass Projektmanager viele Liefergegenstände und Details steuern, was sowohl Führungskräften als auch Teams Rückhalt gibt.
- Die Präsenz eines engagierten Projektmanagers sorgt für reibungslosere Projektdurchführung und bessere Abstimmung im Team.
- Donna betont die Wichtigkeit engagierter Projektmanager und anspruchsvoller Projektmanagement-Kompetenzen.
Projektmanager sind wie Quarterbacks; es gibt verschiedene Mitglieder im Team, aber du hast immer einen Starting-Quarterback und auch einen Backup.
Jean Kang
- Die Zukunftsfähigkeit deiner Karriere im Projektmanagement sichern [33:03]
- Mukhtar betont, wie wichtig es ist, Beziehungen aufzubauen, damit Projektmanager (PMs) in den nächsten drei bis fünf Jahren relevant bleiben.
- Er empfiehlt regelmäßige 15-minütige Kaffeegespräche, um Kontakte zu knüpfen, mit der Möglichkeit, so bis zu 100 Menschen zu erreichen.
- Beziehungsaufbau sollte gegenseitig sein, indem man anderen einen Mehrwert bietet und gleichzeitig Unterstützung erhält.
- Der zweite zentrale Fokus liegt auf „Quittungen“ – also Nachweisen von Fähigkeiten und Erfolgen.
- PMs sollten Portfolios erstellen, in denen sie ihre Arbeit und Beiträge präsentieren.
- Er ermutigt PMs, ihre Vordenkerrolle online auszubauen, indem sie kontinuierlich Erkenntnisse teilen und sich in der Community engagieren.
- Mukhtar teilt eine persönliche Anekdote, bei der seine Online-Inhalte zu einer Anerkennung in einem Vorstellungsgespräch führten und so die Wirkung der Präsentation von Expertise verdeutlichen.
- Donna betont die Wichtigkeit, über neue Rollen im Projektmanagement auf dem Laufenden zu bleiben, wie z.B. KI Prompt Engineer und Spezialist für generatives Design.
- Sie ermutigt dazu, neue Trends zu erkunden und die Verantwortlichkeiten dieser Rollen zu verstehen.
- Netzwerken durch Kaffeegespräche wird als Möglichkeit vorgeschlagen, von anderen zu lernen und Einblicke in deren Erfahrungen zu gewinnen.
- Die Beschäftigung mit Inhalten auf Plattformen wie LinkedIn kann zu wertvollen Gesprächen über zukünftige Marktentwicklungen führen.
- Donna hebt hervor, wie bedeutsam es ist, sich über neue Rollen und Titel zu informieren, da diese häufig in Veröffentlichungen wie Forbes diskutiert werden.
- Sie weist darauf hin, dass Projektmanager gebraucht werden, um neue Initiativen, wie Gen-AI-Projekte, zu überwachen und so deren Erfolg und Anpassungsfähigkeit sicherzustellen.
- Jean empfiehlt, in die eigene Personal Brand zu investieren, verweist auf die Bedeutung eines gepflegten Profils auf LinkedIn und das Erstellen eines Portfolios, um Persönlichkeit und Fähigkeiten zu zeigen.
- Sie schlägt vor, verschiedene Plattformen wie Instagram zu nutzen, um sich über klassische Lebensläufe hinaus auszudrücken.
- Der Einsatz von KI-Tools im Projektmanagement wird empfohlen, um die Effizienz zu steigern – etwa durch automatisierte Meeting-Notizen oder verbesserte Präsentationserstellung.
- Jean betont die Bedeutung der Entwicklung von Soft Skills, insbesondere des strategischen Denkens und einer effektiven Kommunikation.
- Sie unterstreicht den Wert, mehrere Schritte (5 bis 10) vorauszudenken und Change Management zu beherrschen, um nachhaltige Ergebnisse nach dem Launch zu gewährleisten.
- Sie empfiehlt den Austausch mit Führungskräften der Branche, um Einblicke in deren Entscheidungsprozesse und Prioritäten zu erhalten.
- Mukhtar betont, wie wichtig es ist, Beziehungen aufzubauen, damit Projektmanager (PMs) in den nächsten drei bis fünf Jahren relevant bleiben.
- Tipps für die Sicherung von Praktika im Projektmanagement [40:29]
- Mukhtar stellt fest, dass Positionen im Projektmanagement häufig nicht als Einstiegsrollen betrachtet werden und es daher schwierig ist, Praktikumsplätze zu finden.
- Er schlägt vor, alternative Einstiegspositionen wie Projektkoordinator oder Projektassistent in Betracht zu ziehen, um relevante Erfahrungen zu sammeln.
- Auch befristete oder projektbezogene Tätigkeiten über Personalvermittler können die Chance bieten, Fähigkeiten und Erfahrungen im Projektmanagement aufzubauen.
- Mukhtar merkt an, dass Praktika, die sich ausschließlich auf Projektmanagement beziehen, selten sind, da die Rolle meist als höherwertig angesehen wird.
- Donna erwähnt, dass Firmen wie Google Praktikumsprogramme anbieten, die jedoch schwer zu bekommen sein können.
- Sie empfiehlt, auf LinkedIn bestimmten Hashtags wie #ChatGPT, #ProjectManager, #ITProjectManager und #DataGovernance zu folgen, um Praktikumsmöglichkeiten zu entdecken.
- Es lohnt sich, gezielt nach Hashtags wie „Project Management Internship“ oder einfach „Internship“ zu suchen.
- Donna schlägt vor, trotz des chaotischen Charakters auch Plattformen wie TikTok nach potenziellen Praktika zu durchsuchen.
- Sie betont, wie wichtig es ist, die Suche breit aufzustellen und frühzeitig nach Praktika zu schauen, vor allem von Februar bis Mai für Sommerstellen.
- Jean stimmt Mukhtar hinsichtlich der Seltenheit von Praktikumsrollen zu, hat aber einige Gelegenheiten auf Seiten wie ZipRecruiter und Indeed entdeckt.
- Sie empfiehlt, gezielt mit Stichworten auf LinkedIn nach Praktika zu suchen, insbesondere mit dem Hashtag #Hiring, um Unternehmen zu identifizieren, die einstellen.
- Jean hebt den Wert hervor, Unternehmen direkt anzusprechen, was sie als unterschätzte Strategie betrachtet.
- Sie verweist auf die Möglichkeit, Rotationsprogramme großer Unternehmen wie Google, Meta oder Amazon als Einstieg in das Berufsfeld zu nutzen.
- Mukhtar stellt fest, dass Positionen im Projektmanagement häufig nicht als Einstiegsrollen betrachtet werden und es daher schwierig ist, Praktikumsplätze zu finden.
Lernen Sie unsere Gäste kennen
Jean Kang ist eine wegweisende Karrierecoachin und siebenfache Quereinsteigerin, die den Weg für zukünftige Programmmanager ebnet.
Jean arbeitete im Projekt-/Programmmanagement und in der Betriebsführung bei führenden Unternehmen wie Meta, Pinterest, Intuit, LinkedIn und nun Figma. Sie ist Gründerin und CEO von Path to PM, einem Coaching-Service, der Quereinsteigern und angehenden PM-Fachkräften hilft, Traumjobs auch ohne PMP-Zertifikate zu erlangen. Auf LinkedIn teilt Jean täglich wertvolle Projekt-/Programmmanagement- und Karrieretipps. Außerdem ist sie die Erstellerin eines beliebten Kurses auf Maven, der Fachkräften dabei hilft, in das Programmmanagement zu wechseln. Ihr inhaltsreicher, wöchentlicher Newsletter und ihr Leitfaden bieten umsetzbare Ratschläge, um wirkungsvolle Programme voranzutreiben und die eigene Karriere zu beschleunigen.

Seien Sie in den Räumen mit Führungskräften, denn das wird Ihr Verständnis dafür, wie sie Entscheidungen treffen, worauf sie Wert legen und welche Fragen sie haben könnten, enorm erweitern.
Jean Kang
Mukhtar Kadiri ist darauf spezialisiert, Menschen zu helfen, 100-300K PM-Positionen zu erreichen. Mit seiner Expertise in Karrierecoaching, Strategien zur Jobsuche und Projekt-/Programmmanagement erneuert er Ihren Ansatz, hebt Ihren individuellen Wert hervor und unterstützt Sie dabei, die Hindernisse zu überwinden, die Sie zurückhalten – damit Sie die gewünschte Position bekommen, das verdienen, was Sie wert sind, den gewünschten Lebensstil führen und für die Zukunft planen können.

Sie brauchen sowohl Fähigkeiten als auch Erfahrung, aber die richtige Einstellung – zu wissen, dass Sie verhandeln und sich für sich selbst einsetzen können – ist ebenfalls sehr wichtig.
Mukhtar Kadiri
Ordonna Sargeant ist Director of Data Governance bei American Express, wo sie die Entwicklung und Implementierung von Standards und Richtlinien für Datenqualität, Sicherheit und Compliance im gesamten Unternehmen leitet. Sie ist außerdem Dozentin am Metropolitan College of New York, wo sie Projektmanagementkurse unterrichtet.

Nicht jeder liebt Projektmanagement, daher kann es einen großen Unterschied machen, jemanden ins Team zu holen, der dafür brennt.
Ordonna Sargeant
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Galen Low: Hallo zusammen, willkommen zu unserer Podiumsdiskussion darüber, wie Projektmanager im Zeitalter der generativen KI strategischen Mehrwert schaffen können. Wir veranstalten solche Events jeden Monat, damit unsere Mitglieder und VIP-Gäste direkt mit den Experten interagieren können, die zum Digital Project Manager beitragen. Für diejenigen, die mich nicht kennen: Mein Name ist Galen, ich bin Mitgründer von Digital Project Manager und heute euer Gastgeber. Lernen wir unsere Podiumsteilnehmer kennen.
Zuerst haben wir die ehemalige Figma-Programmmanagerin, Karriere-Coach und einfach guten Menschen, Frau Jean Kang. Jean, du hast vor Kurzem einen Kurs bei LinkedIn Learning zum Einsatz von KI im Projektmanagement veröffentlicht. Ich wollte dich spontan fragen: Was war das ungewöhnlichste Feedback, das du seit der Veröffentlichung erhalten hast?
Jean Kang: Es ist eigentlich nicht so verrückt, aber ich habe ein bisschen Gegenwind bekommen in dem Sinne, dass gesagt wurde: Warum ist das speziell für das Projektmanagement? Warum kann es nicht einfach ein allgemeines KI-Tutorial sein? Das fand ich sehr interessant. Ich hatte nicht die Gelegenheit, darauf zu antworten, aber ich denke, mit der Entwicklung der KI werden wir spezifische Anwendungsfälle, unterschiedliche Nischen und Branchen sehen. Das wird unausweichlich sein.
Galen Low: Spannend, darauf kommen wir sicher noch zurück. Danke, dass du hier bist.
Als Nächstes haben wir, und sag mir, falls ich dich unterschätze, Ordonna, Fortune 500 Digitalprogrammmanagerin und herausragender PM-Coach, Ordonna Sargeant. Es ist immer eine Freude, dich dabei zu haben. Wir haben uns im Vorfeld noch darüber unterhalten, wie viel Spaß es macht, dich bei solchen Events dabei zu haben. Ich habe dich auf Instagram verfolgt und gesehen, dass du vor Kurzem ein Event zu Daten und KI ausgerichtet hast. Was war dabei deine inspirierendste Erkenntnis?
Ordonna Sargeant: Erstmal danke, dass ich hier sein darf. Ich freu mich total. Deine Panels machen immer Spaß. Eine wichtige Erkenntnis vom Data & AI Summit war: Es gibt so viel, was wir mit generativer KI machen können, und es gibt gerade ganz viele Pilotprojekte. Sie erarbeiten unterschiedliche Arten, wie wir KI einsetzen können – sei es zur Risikobewertung, für ein besseres Kundenverständnis oder Personalisierung. Die Ansätze sind sehr vielfältig.
Natürlich sind wir risikoscheu und nehmen uns Zeit, um sicherzustellen, dass keine Verzerrungen entstehen und dass wir sicher mit den Daten umgehen, aber das war großartig. Ich war wirklich begeistert davon.
Galen Low: Das klingt super. Ja, ich war gerade auf der Collision-Konferenz in Toronto, und dort drehte sich alles um KI und Startups, klar.
Alle diese Proof-of-Concept- und Startup-Organisationen – das Hauptthema war jedoch überall: Stoppt mal kurz, nicht zu schnell voran. Die Technologie macht vieles möglich, aber sollten wir das wirklich tun? Da gehen wir gleich noch näher drauf ein. Vielen Dank!
Unser dritter Panelist ist Mukhtar Kadiri, Redner und Coach, der Menschen dabei unterstützt, hochbezahlte PM-Jobs zu bekommen. Mukhtar, man sieht dich zur Zeit überall: in meinen Feeds, Podcasts, Vorträgen, sogar auf Kindergeburtstagen.
Was ist ein Mythos im Bereich Projektmanagement, KI oder Karriereentwicklung, den du immer wieder hörst und der aus deiner Sicht dringend ausgeräumt werden sollte?
Mukhtar Kadiri: Ein verbreiteter Mythos ist, dass KI unsere Jobs wegnimmt. Ihr habt sicher schon den Spruch gehört: Nicht die Menschen werden ersetzt, sondern diejenigen, die nicht wissen, wie man die Technologie nutzt.
Daher denke ich, Projektmanagement wird bleiben, und wir werden eine noch wichtigere Rolle spielen, gerade wenn es darum geht, neue Technologien in den Mainstream zu führen. Ich bin da also sehr optimistisch.
Galen Low: Perfekte Überleitung.
Wir haben jetzt Juni 2024, und man kann wohl sagen, dass es nicht die einfachste Zeit für Projektmanager ist. Unsere Rollen werden von Stellenabbauwellen – vor allem im Technologiesektor – und dem rasanten Einsatz generativer KI-Tools beeinflusst. Die Weltwirtschaft ist ebenfalls recht unsicher.
Mukhtar, anstatt das negativ zu sehen, wollen wir heute optimistisch aufzeigen, wie wir diese Gelegenheit nutzen können, um den strategischen Wert des Projektmanagers neu zu definieren – und euch einen Plan in die Hand geben, mit dem ihr als PM heute, morgen und im nächsten Jahrzehnt nicht nur überlebt, sondern vielleicht sogar aufblüht.
Okay, das war ein großes Versprechen, aber das ist unsere Perspektive heute. Daher lasst uns eintauchen und mit dem Hier und Jetzt starten. Ich beginne mal mit Jean, aber natürlich gern aus verschiedenen Blickwinkeln.
Mir fällt aktuell auf, dass in vielen Skill- und Jobmarkt-Berichten, unter anderem von LinkedIn, das Projektmanagement als eine der gefragtesten Fähigkeiten genannt wird. Warum also werden Projektmanager scheinbar massenhaft entlassen?
Jean Kang: Ich habe diesen Bericht auf LinkedIn gesehen und gedacht: Genau, das brauchen wir! Aus meiner Perspektive habe ich in den letzten zwei Jahren viele Entlassungswellen in der Tech-Branche erlebt, und Familie sowie Freunde waren auch betroffen. Aber ich habe kaum gesehen, dass PMs oder Programmmanager betroffen waren.
Die Funktionen, die ich persönlich am meisten von Entlassungen betroffen gesehen habe, waren Vertrieb, Recruiting und Marketing. Das ist nur meine Erfahrung. Ich will nicht sagen, dass es nirgends passiert, aber ich kann sagen: Projektmanagement bleibt erhalten.
Als ich noch bei Figma war (vor drei Monaten), war ich auch an Einstellungsgesprächen beteiligt. Bei Budgetdiskussionen wurde immer wieder in PM-lastige Rollen investiert. Vielleicht trägt man nicht immer den Titel PM, aber es wird jemand gesucht, der orchestrieren, Projekte vorantreiben, mit verschiedenen Stakeholdern arbeiten und Dinge umsetzen kann. Das ist meine Position.
Galen Low: Vielen Dank für diese Einschätzung. Jeder, der mit Jean verknüpft ist, bleibt anscheinend erfolgreich im Job. Ich finde es gut, diese Perspektive zu hören. Manchmal ist die mediale Berichterstattung sehr reißerisch und vermittelt den Eindruck, alles ginge schief – aber das stimmt nicht überall. Ich kenne Leute, die als PM betroffen waren, aber das ist nicht die Regel. Vielen Dank!
Mukhtar, was siehst du aktuell in deinem Arbeitsumfeld zum Thema Entlassungen im PM-Bereich?
Mukhtar Kadiri: Ich würde sagen, ja, einige PMs waren betroffen – aber wie Jean sagte: Nicht so viele wie in anderen Funktionen.
Ich habe auch eine Analyse gesehen, welche Rollen am stärksten betroffen waren. An der Spitze standen HR/Recruiting, dann Kundenerfolg und erst danach Softwareentwickler.
Gerade diese Phase ist besonders schwierig, da Software Engineering lange als sicherer Karriereweg galt. Doch jetzt werden auch viele Entwickler gekündigt. Es gibt etliche andere Bereiche, bevor beim Thema Entlassungen an PMs zu denken ist.
Vielleicht ist es so wie beim Autokauf – sobald man sich für ein Modell interessiert, sieht man es überall auf der Straße. So ist das vielleicht auch mit PM-Jobs in den Medien. Aber die Daten zeigen nicht, dass PMs überproportional betroffen sind.
Galen Low: Ja, wir erleben viel Unsicherheit, Unternehmen müssen trotz Ambiguität Lösungen finden. Deine Analogie mit dem Auto gefällt mir: Man sieht plötzlich überall das, worauf man achtet! Es scheint überall Probleme für PMs zu geben, aber natürlich betrifft es auch viele andere Berufe.
Ich habe gesehen, dass Entwickler früher dachten, sie hätten einen sicheren Job, weil überall programmiert werden muss – und jetzt lernen Kollegen Python mit ChatGPT. So ist das eben.
Donna, eine Frage in deine Richtung: Beobachtest du in deinem Umfeld, dass aktuell gezielt PM-Talente eingestellt werden? Es gibt viele Transformationen und Projekte. Was siehst du da?
Ordonna Sargeant: Ich stimme dem bisher Gesagten voll zu. Ich sehe sogar mehr Einstellungen als Kündigungen im PM-Umfeld. Gesucht werden Leute mit der Fähigkeit, ohne direkte Autorität zu führen, und die selbstständig Projekte übernehmen können – diese Kompetenzen sind gefragt.
Es gibt Einstellungen auf allen Ebenen (Manager, Direktoren, VP) – aber immer mit Blick auf Projektmanagement-Kompetenz.
Gesucht werden Mitarbeitende, die Projekte von Anfang bis Ende begleiten und verschiedene Methoden beherrschen. Manche Teams arbeiten noch nach Wasserfall, viele gemischt (hybrid), während das Management feste Termine erwartet und das Team agil arbeitet.
Daher ist es wichtig, nahe am Geschehen zu bleiben – etwa auf LinkedIn den richtigen Leuten zu folgen, die regelmäßig Jobs posten. Ich habe Freunde, die suchen, aber von vielen Entlassungen im PM-Bereich höre ich auch nicht. Das kann ich bestätigen.
Galen Low: Danke dafür! Und richtig, oft ist es gar nicht die Jobbezeichnung „Projektmanager“, sondern es werden Skills und Verantwortlichkeiten gesucht. Darauf gehen wir gleich noch tiefer ein. Danke dir fürs Anreißen!
Zeit für den nächsten Themenwechsel: Immer wieder wird gesagt (auch von mir), dass generative KI Projektmanager strategischer arbeiten lässt. Aber man muss diese Tools lernen, was nach einem Vollzeitjob klingt. Donna und Jean, wie schafft ihr es, strategisch zu handeln und gleichzeitig neue Tools in einem disruptiven Umfeld zu lernen?
Jean, deine Erfahrungen?
Jean Kang: Ich verfolge einen zweigleisigen Ansatz: Einerseits die richtige Einstellung, andererseits praktische Umsetzung. Beim Mindset muss einem klar sein, dass niemand KI völlig durchschaut hat – die Entwicklung ist zu rasant. Selbst ich betrachte mich daher nicht als Expertin.
Ich habe für mich das Prinzip „Micro-Learning“ entdeckt: Kurze Lerneinheiten, ohne auszubrennen – immer mit Bezug zu meiner täglichen Arbeit. Wer aktuell arbeitet, sollte Erwartungen ans Management klären: „Ich will lernen, wie KI meine Arbeit und unsere Projekte verbessern kann.“ Holt Unterstützung ein, nutzt Weiterbildungsbudgets, crowd-sourced Kursempfehlungen.
Es gibt viele Ressourcen (LinkedIn Learning, Udemy, Coursera usw.). Zeitlich hilft „Time-Blocking“: Sich 1–2 Stunden pro Woche im Kalender blocken, Mittagspause nutzen, Konzepte lernen und sofort im Job anwenden. Etwa um Risiken für ein bestimmtes Projekt einzuschätzen. Das funktioniert für mich sehr gut.
Galen Low: Was war deine spannendste Micro-Learning-Erfahrung mit KI?
Jean Kang: Ich nutze KI oft, um aktuelle Probleme durchzuspielen („Hier ist meine Situation, das Feedback, der Kontext. Lass es uns durchspielen!“). Das öffnet neue Blickwinkel und hilft, strategischer zu werden.
Galen Low: Absolut – schon der Schritt, mit dieser Haltung an die Führungsebene heranzutreten, ist strategisch. So wird man zur Vorreiterin im Bereich KI und kann sogar das eigene Team weiterbilden. Clever!
Donna, wie hältst du deine Teams bei GenAI fit, ohne dass sie in der Infoflut untergehen?
Ordonna Sargeant: Wichtig ist, sich gezielt weiterzubilden, z.B. im Prompt-Design für ChatGPT.
Ich folge etwa dem Hashtag #ChatGPT auf LinkedIn. PMI hat jüngst einen neuen GenAI-Kurs herausgegeben (kostenlos für Mitglieder, 20 $ sonst). Er behandelt das Datenumfeld für GenAI-Projektmanager.
Ich beobachte Trends durch Branchenleader und Praktiker. Meinen jüngeren PMs gebe ich Aufgaben: Nutzt ChatGPT, um eine Projektlösung einmal als Junior-PM, einmal als erfahrener Programm-Manager zu erarbeiten – und vergleicht die Antworten.
Lasst euch Charts mit Vor- und Nachteilen oder Projektergebnissen generieren. Hauptsache, ihr arbeitet praktisch und mit immer besseren Prompts.
Galen Low: Super Tipp mit den Hashtags – das probiere ich direkt aus! Außerdem gefällt mir die Idee, KI-Antworten auf unterschiedlicher Erfahrungsstufe zu vergleichen – sehr spannend.
Mukhtar, was empfiehlst du, um bei GenAI nicht den Überblick zu verlieren?
Mukhtar Kadiri: Die anderen haben es schon gesagt: Wir stehen am Anfang, daher heißt es, sich neue Materialien zu erschließen (z.B. PMI-Kurs, Jeans Kurs usw.) und Branchentrends auf LinkedIn zu folgen.
Podcasts mag ich auch – es gibt technische und eher für Wirtschaftspublikum. Mein Tipp: Podcasts entlang der Fachlichkeit und im Schnittfeld zwischen Wirtschaft und Technologie/KI.
Galen Low: Genau, auch Podcasts für Zielgruppen, denen man nicht selbst angehört, können sehr aufschlussreich sein. Beispielsweise mal einen Agentur-Chef-Podcast anhören, um zu wissen, wie das Top-Management tickt. Das ist strategisch!
Wechsel des Themas: Es werden derzeit viele falsche Vorstellungen vom Beruf des Projektmanagers verstärkt: „KI übernimmt das jetzt, ihr seid überflüssig!“ Ich glaube das nicht. Offensichtlich wissen viele nach wie vor nicht, was PMs machen. Was sind aus eurer Sicht die größten Missverständnisse, mit denen Kunden konfrontiert sind?
Mukhtar, du zuerst:
Mukhtar Kadiri: Im Zusammenhang mit Jobsuche: Ein großes Missverständnis ist, dass es nur am Lebenslauf liegt, wenn man keinen Job bekommt. Dabei geben viele viel Geld für professionelle Lebensläufe aus. Aber der Lebenslauf ist nur ein Teil. Man braucht eine Networking-, Thought-Leadership- und Social-Media-Strategie. Viele Jobs werden nicht öffentlich ausgeschrieben (the Hidden Job Market). Öffnet also verschiedene Kanäle, um Chancen zu nutzen!
Galen Low: Ich stimme dir voll zu – sich „nur auf Papier“ zu verkaufen, reicht heute nicht mehr aus.
Jean, was fällt dir zum Thema PM-Mythen auf?
Jean Kang: Da gibt es zwei Aspekte, die zusammenhängen: Erstens glauben viele, nicht alle PM-Qualifikationen zu erfüllen, und zweitens: „Ohne PMP bin ich nicht qualifiziert.“ Das stimmt nicht. Ich bin selbst Quereinsteigerin und habe mein erstes PM-Job bei LinkedIn nicht wegen PMP, sondern dank strategischem Denken und guten Beispielen bekommen. Es kommt darauf an, zu zeigen, dass man PM-Kompetenzen hat, auch ohne den Titel – und den eigenen Impact selbstbewusst darzustellen.
Galen Low: Absolut richtig. Auch auf der „anderen Seite“, bei den Einstellenden, hält sich gern der Irrglaube, man brauche unbedingt PMP. Viele überbewerten das. Klar – der PMP ist eine Erfahrungszertifizierung, keine Einsteigerqualifikation. Aber ohne PMP kann man natürlich trotzdem ein guter PM sein!
Donna, was ist dein liebster PM-Mythos?
Ordonna Sargeant: Viele wissen nicht, wie sie ihren Wert kommunizieren. PMs neigen dazu, Teamerfolge in den Vordergrund zu stellen und zu wenig die eigene Rolle. Man sollte klar präsentieren, was man konkret zum Erfolg beigetragen, welche strategische Planung man übernommen hat. Zudem ist LinkedIn nicht der einzige Vermarktungsweg. Warum nicht ein Portfolio anlegen? Ich habe eine eigene Website (OrdonnaSGT.com) erstellt, um meine Leidenschaft für Projektmanagement sichtbar zu machen – und das wurde mir im Interview mehrfach bestätigt. Wichtig ist zu zeigen, dass man das wirklich gern macht: Nicht jeder liebt PM – wer es tut, ist Gold wert.
Galen Low: Leidenschaft überzeugt – das hebt einen direkt ab! Es gibt ja viele Klischees: PMs tun wenig, unterstützen nur – aber wer gern PM ist, hebt sich sofort positiv hervor. Und jetzt eine neugierige Frage an Mukhtar:
Mukhtar, du coachst PMs zu Gehaltsverhandlungen im sechsstelligen Bereich. Was unterscheidet Hochverdienende von weniger gut bezahlten PM-Jobs? Und: Wird KI diesen Gap verringern?
Mukhtar Kadiri: Gute Frage. Ein Faktor ist natürlich Erfahrung und Skill-Level – je spezialisierter und erfahrener, desto besser bezahlt. Es gibt inzwischen Karrieren als „Individual Contributor“, z.B. als Principal PM.
Zudem ist Spezialisierung gefragt: Cybersecurity, Cloud-Technologien, KI usw. Wer hier Know-how mitbringt, verdient mehr.
Auffällig ist aber auch: Viele haben Angst, hart zu verhandeln. Mir begegnen hochqualifizierte Leute, die fast jedes Angebot akzeptieren, weil sie lange gesucht haben. Man muss sich trauen, seinen Wert einzufordern, und mental bereit sein zu verhandeln!
Galen Low: Wir haben vor Kurzem eine Gehaltsumfrage gemacht – die Werte schwanken enorm. Die eigene Wahrnehmung limitiert einen oft. Tatsächlich geht es um den Wert, den man liefert – gerade bei Multi-Millionen-Projekten wie Cloud-Migrationen. Wer Projekterfahrung UND z.B. Cybersecurity-Kompetenz bietet, ist klar im Vorteil gegenüber reinen Generalisten. Im Markt werden Spezialisten gebraucht, auch wenn man als Generalist grundsätzlich überall arbeiten kann.
Zurück zum Thema: Donna, du hast angesprochen, dass Projektmanagement nach wie vor gefragt ist, der Jobtitel aber nicht immer sichtbar ist. Viele „fachliche“ Rollen übernehmen inzwischen Projektaufgaben. Was ist heute der Mehrwert einer dezidierten Projektmanager-Rolle?
Donna, du zuerst.
Ordonna Sargeant: Auch bei AmEx wurde ich als „Data Governance Director Program Enablement“ eingestellt – die Bezeichnung kann absurd sein, aber gefragt war komplexes Projektmanagement. Dedizierte PMs sind vor allem bei anspruchsvollen Projekten unverzichtbar. Es wäre unzumutbar, das dem Fachexperten („SME“) aufzubürden – gerade, wenn Risiken oder Budgets auf dem Spiel stehen. PMs sorgen für koordinierte Strategie, Forecasts und Risikobewertung. Das können Fachexperten nicht nebenbei leisten. Das tägliche Management von Abhängigkeiten, Zeitplänen und Abstimmung ist eine PM-Kernaufgabe, die auch KI heute nicht ersetzen kann. Nur der PM kann so vermitteln, dass Teams wie Management immer wissen, was zu tun ist.
Galen Low: Genau das macht den Unterschied aus.
Jean, ähnliche Erfahrungen?
Jean Kang: Absolut, jedes deiner Worte könnte ich unterschreiben – auch die absurden Titel. Dezidierte PMs sind total notwendig. Sie sind wie Quarterbacks im Team: Es gibt viele Spieler, aber immer einen, der koordiniert. Gerade Führungskräfte wollen einen zentralen Verantwortlichen, bei dem sie wissen: Alles läuft. PMs steuern viele kleine Bausteine gleichzeitig und bringen Kontrolle, Transparenz und Übersicht.
Galen Low: Schön gesagt! Ich mag den Vergleich mit dem Dirigenten eines Orchesters.
Jetzt der Blick in die Zukunft: Was müssen Projektmanager ab heute tun, um in drei bis fünf Jahren relevant zu bleiben?
Zuerst Mukhtar.
Mukhtar Kadiri: Ich fasse meine Antwort gern auf zwei Punkte zusammen: Beziehungen und Belege. Beziehungen, weil Menschen lieber mit Leuten arbeiten, die sie mögen und denen sie vertrauen – also regelmäßig Kontakte pflegen, z.B. mit kleinen Kaffee-Chats, lernt man jedes Jahr viele Menschen kennen. Belege (Receipts): Viele behaupten, sie könnten etwas – aber wo sind die Beweise? Ein Portfolio, Thought Leadership, regelmäßige Beiträge im Internet – all das sind Belege für eigenes Können. Das hat mir z.B. schon mal ein Interviewer zurückgemeldet („Ich profitiere schon länger von Ihrem Content, daher lasse ich jetzt meinen Kollegen fragen!“).
Galen Low: Die menschliche Komponente wird also sogar noch wichtiger. Donna?
Ordonna Sargeant: Viele heutige Rollen gab es vor fünf Jahren noch gar nicht. Bleibt an neuen Entwicklungen und Trends dran – etwa Prompt Engineer, Design-Spezialist für GenAI, KI-Output-Manager. Fragt nach, wie die arbeiten, nehmt Kontakt auf, wenn euch jemand inspiriert hat (z.B. nach einem Vortrag). Hier entstehen neue Strukturen und Möglichkeiten. Alle Pilotprojekte bei AmEx haben übrigens einen eigenen PM!
Galen Low: Poetisch ausgedrückt: ChatGPT kennt die Vergangenheit, echte Gespräche helfen euch, die Zukunft vorauszusehen.
Ordonna Sargeant: Ganz genau.
Galen Low: Jean, deine Tipps für die nächsten drei bis fünf Jahre?
Jean Kang: Baut eure persönliche Marke gezielt auf! Es muss nicht zwingend LinkedIn sein, aber ein gepflegtes (und persönliches) Profil ist wichtig – ggf. auch auf eigenen Webseiten oder Instagram. Zeigt, wer ihr über den Lebenslauf hinaus seid! Außerdem: Nutzt KI-Tools, z.B. für Meetingnotizen oder Präsentationen. Viele Tools erleichtern das PM-Leben immens.
Und: Die Investition in Soft Skills ist gerade jetzt entscheidend, besonders in strategisches Denken und Kommunikation. Mein Management hat mir beigebracht, nicht nur 3–5, sondern 5–10 Schritte vorauszudenken. Change-Management – auch Monate nach dem Projektabschluss – sollte man beherrschen. Bleibt im Austausch mit Führungskräften, um zu verstehen, wie Entscheidungen entstehen und worauf geachtet wird.
Galen Low: Da ist viel Wahres dran – und Soft Skills werden immer wichtiger. Vielleicht wird das unser nächster Kurs?
Nun noch ein schnelles Q&A zum Schluss. Es kam die Frage auf, wie man heute ein Praktikum im Projektmanagement bekommt. Gerade weil diese Möglichkeit seltener geworden ist: Welche Tipps habt ihr?
Mukhtar Kadiri: PM-Rollen gelten selten als Einstiegslevel, daher kommen oft Positionen wie Projektkoordinator oder Assistenz in Frage, am besten zeitlich befristet, z.B. über Personalagenturen. Praktika als PM gibt es kaum, aber vielleicht können die anderen noch mehr sagen.
Ordonna Sargeant: Ich habe direkt bei LinkedIn gesucht: Es gibt Programme wie Google-Praktika (zugegeben schwer zu bekommen), aber generell lohnt sich die Suche z.B. auf LinkedIn, mit den Hashtags #Projektmanager, #ITProjektmanager, #Hiring, #DataGovernance und natürlich #Praktikum/Internship. TikTok kann auch etwas bringen. Am besten sucht man je nach Zeitpunkt (im März bis Mai fürs Sommerpraktikum). Die Ausschreibungen sind dort zu finden.
Galen Low: Danke für diese Hashtag-Liste – sehr wertvoll!
Jean, dein Tipp?
Jean Kang: Ich stimme Mukhtar zu – PM-Praktika sind selten, aber auf Indeed, ZipRecruiter usw. findet man mit den richtigen Keywords immer wieder etwas. Super-Tipp: Wer gerade Stellen oder das #Hiring sieht, kann die Verantwortlichen direkt kontaktieren. Rotationsprogramme bei großen Unternehmen (Google, Meta, Amazon) können den Einstieg ermöglichen! Einfach mal bewerben, auch ohne „klassisches“ Praktikum.
Ordonna Sargeant: Und probiert es mal mit Handshake – dort werden auch PM-Praktika gelistet.
Galen Low: Coole Ergänzung – danke!
Und Mukhtar hat einen guten Punkt: Manchmal machen Leute schon PM-Aufgaben, suchen aber trotzdem ein Praktikum. Warum nicht direkt auf eine feste Stelle bewerben? Offenbar gibt es wieder mehr Praktika – nutzt die Gelegenheit!
Ein großes Dankeschön an unsere Panelisten Jean, Ordonna und Mukhtar für euer Engagement und die vielen Insights. Wer Teil unserer Community von über 1000 Projektmanagement-Profis werden will, findet Infos unter thedigitalprojectmanager.com/membership. Bleibt dran und besucht regelmäßig thedigitalprojectmanager.com – bis zum nächsten Mal und danke fürs Zuhören!
