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Wir alle haben eine Art Hassliebe zu LinkedIn, oder?

Ich habe monatelang mein Profil nicht aktualisiert. Ich habe bei übertriebenen Beiträgen von Bekannten die Augen verdreht. Und fang gar nicht erst an mit den zufälligen Nachrichten in meinem Posteingang über „spannende Möglichkeiten“.

Aber irgendwie verdanke ich LinkedIn auch meine Karriere. Jede Stelle, die ich bisher bekommen habe, fand ich über das Jobportal, und ich habe darüber nachhaltige berufliche Beziehungen aufgebaut.

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Wahrscheinlich hast du auch schon die guten und schlechten Seiten von LinkedIn erlebt. Aber wenn du das hier liest, stimmst du vermutlich zu: Eine LinkedIn-Präsenz ist wichtig. Egal, ob du auf Jobsuche bist, dich vernetzen möchtest oder dich als Vordenker positionieren willst – dein Profil sollte immer aktuell sein und widerspiegeln, wer du als Profi bist.

Was kannst du nun konkret tun, um dein Profil zu verbessern und auf LinkedIn hervorzustechen?

Melissa Khan-Blackmore, LinkedIn-Strategin und Expertin für Personal Branding, hat kürzlich bei einem Webinar von DPM erklärt, wie Projektmanager bessere LinkedIn-Profile erstellen können, die berufliche Türen öffnen. Melissa hat über 500 LinkedIn-Seiten optimiert, mehr als 450 Projektmanagement-Lebensläufe geschrieben und all ihr Wissen über Personal Branding genutzt, um selbst großartige PM-Stellen zu bekommen. 

Hier sind ihre Tipps, wie du dein LinkedIn-Profil aufs nächste Level bringst — und welche typischen Fehler Projektprofis vermeiden sollten.

So erstellst du ein besseres LinkedIn-Profil in zwei Schritten

Schritt 1: Betone deine persönliche Marke 

Dein LinkedIn-Profil ist mehr als ein digitaler Lebenslauf – es ist oft der erste Eindruck, den Recruiter oder potenzielle Kund:innen von dir bekommen. Es sollte also herausstechen. Aber noch wichtiger ist: Es muss zeigen, wer du wirklich bist.

Wie Melissa es ausdrückt:

Wenn dein LinkedIn-Profil wirklich widerspiegelt, wer du bist und was du einbringst, bist du auch wirklich stolz darauf. Dieser Stolz verwandelt sich wiederum in mehr Selbstvertrauen beim Netzwerken und Bewerben.

Wie sieht es nun konkret aus, sich selbst auf LinkedIn zu zeigen? Geht es darum, mehr Fitness-Selfies zu posten oder ausschweifende Geschichten darüber, wie „Sonic 3“ dir wahre Führung beigebracht hat? Natürlich nicht (aber ehrlich gesagt: So ein Beitrag bekäme sicher tausende Likes.)

Melissa meint, es gehe vielmehr darum, die eigenen Besonderheiten herauszuarbeiten: „Mal ehrlich, als Projektmanager:innen sind wir uns alle ziemlich ähnlich. Wir klingen gleich, wenn wir nicht ganz konkret auf unsere Nischenkompetenzen eingehen und wie diese mit unseren Karrieren zusammenhängen.“ 

Aber bevor du deine persönliche Marke präsentieren kannst, musst du sie erst richtig gut erkannt haben.

Melissa Khan-Blackmore erklärt die Bedeutung deiner persönlichen Marke und wie du sie definierst.

Laut Melissa setzt sich deine Marke aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  1. Deine Karrieregeschichte. Wie bist du da hingekommen, wo du bist? Vielleicht hast du ein schwieriges Erlebnis gemeistert, das dich zu einer empathischeren Führungskraft gemacht und deinen PM-Stil geprägt hat. Das sollte in deinem Profil erkennbar sein. 
  2. Deine Superkräfte. Welche einzigartigen Eigenschaften bringst du mit? Wofür loben dich Kolleg:innen und Vorgesetzte immer wieder? Wenn man dir oft sagt, du seist „angenehm in der Zusammenarbeit“, gehe dem nach – bleibst du auch unter Druck ruhig? Hältst du Projekte extrem strukturiert?
  3. Deine fachlichen Fähigkeiten. Welche Skills beherrschst du besonders gut? Je spezieller und konkreter, desto besser. Sag nicht nur, dass du bei „Projektdurchführung“ versiert bist, sondern z. B. bei „agiler Projektdurchführung in der IT“ oder „Leitung mittelgroßer Teams mit Kanban-Boards“.  
  4. Dein „Warum“. Was motiviert dich bei der Arbeit? Wenn du umsteigst, was reizt dich am neuen Bereich? Vielleicht möchtest du mit Technik den Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessern oder Bildungsungleichheiten verringern. Auch hier gilt: Sei konkret!

Hast du ein klares Bild von deiner Marke, solltest du sie in jedem Detail deines Profils zeigen – vom Foto über das Banner bis zur Überschrift und allem anderen. Stell dir deine Marke als roten Faden vor, der alles miteinander verbindet.

Schritt 2: Nutze SEO-Best-Practices

Im Kern ist LinkedIn eine Suchmaschine. Je besser dein Profil darauf optimiert ist, desto leichter finden dich Recruiter, Kund:innen und Netzwerkpartner:innen. Wie solltest du also über SEO für dein Profil nachdenken? 

Melissa Khan-Blackmore erklärt, wie du deine LinkedIn-Seite für SEO optimierst.
  1. Verwende die richtigen Schlüsselwörter. Du solltest rollen- und branchenspezifische Schlüsselwörter in jedem Teil deines Profils verwenden. Aber Melissa warnt davor, einfach nur das Wort „agil“ überall einzustreuen. Kontext ist weiterhin wichtig: „Wir wollen eine Nische besetzen. Wir wollen sehr spezifisch sein, um aufzufallen. Aber wir wollen trotzdem sicherstellen, dass wir mit diesen Schlüsselwörtern eine Geschichte erzählen.“ Melissa hat ein großartiges Tool zur Keyword-Optimierung, das dir dabei helfen kann, die richtigen Begriffe für dein Profil und deren Platzierung zu bestimmen. 
  2. Keine Sektion überspringen. Du solltest jeden verfügbaren Platz in deinem Profil nutzen. Eine der wichtigsten Sektionen ist der „Über mich“-Bereich – hier kannst du deine Geschichte erzählen und gleichzeitig viele relevante Schlüsselwörter unterbringen. Mehr dazu weiter unten.
  3. Schlüsselwörter in Bild-Metadaten einfügen. Wenn du ein Foto auf deiner Seite hochlädst, egal ob Banner, Profilbild oder Post, benenne die Datei mit relevanten Begriffen um. LinkedIn erkennt diese Metadaten, was die Sichtbarkeit deines Profils erhöht. 
  4. Personalisierte URL wählen. Beim Bearbeiten deines LinkedIn-Profils gibt es oben rechts die Möglichkeit, die Profil-URL zu ändern. Du kannst hier alles eingeben, aber Melissa empfiehlt, nur deinen Vor- und Nachnamen zu verwenden.
  5. Regelmäßig posten und interagieren. LinkedIn bevorzugt Profile mit aktuellen Aktivitäten. Versuche, häufig etwas zu posten – dabei musst du aber nicht jedes Mal eine bahnbrechende Innovation teilen. Du kannst auch einfach einen Karrieremeilenstein feiern, einen Projekt-Einblick teilen oder einen interessanten Beitrag weiterleiten. Das Wichtigste ist, dass du authentisch bleibst.  
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Wie du jede Profilsektion optimal nutzt 

Jede Sektion deines LinkedIn-Profils bietet die Möglichkeit, deine Marke zu präsentieren und die Sichtbarkeit zu erhöhen – aber auf die Details kommt es an. Melissa gibt folgende Tipps für jede Sektion:

Profilbild und Banner

Dein Profilbild und Banner sind zwei der wichtigsten Elemente deines Profils. Wenn jemand deine Seite besucht, sind sie der erste Eindruck. Deshalb solltest du darauf achten, dass sie widerspiegeln, wer du bist und welche Geschichte du über dich erzählen möchtest. Dein Profilbild sollte klar, gut ausgeleuchtet und dir zugewandt sein. 

Dein Banner ist ein weiterer Ort, um deine Marke und dein Alleinstellungsmerkmal darzustellen. Es kann eine individuelle Grafik mit deinem Firmennamen sein, ein Foto von dir bei einer Veranstaltung oder einfach etwas, das dich hervorhebt.

Schlagzeile

Deine Schlagzeile ist der kurze Satz direkt unter deinem Profilbild und Namen. Auch sie ist entscheidend, den richtigen Ton für dein Profil zu setzen. 

Melissa hat für diese Sektion eine hilfreiche Formel: 

[Deine Rolle] + [Dein Alleinstellungsmerkmal] + [Ergebnis, das du lieferst]

Hier einige Beispiele: 

  • Projektmanager:in | Experte für Agile-Umsetzung | Unterstützt Teams beim Erreichen operativer Exzellenz 
  • PM für Kreativteams | Entwickelt Strategien | Steigert ROI durch wirkungsvolle Kampagnen 
  • PM im Healthtech | Führt skalierbare Lösungen ein | Verbessert Versorgung durch Innovation

Offen für neue Herausforderungen 

In diesem kleinen Bereich unter deiner Schlagzeile können Recruiter und Kontakte sehen, dass du offen für neue Möglichkeiten bist. Du kannst entscheiden, ob das jeder sehen darf oder nur Recruiter. Diese Sektion ist individuell anpassbar und kann genutzt werden, um Jobtitel, Standorte und Wunsch-Arbeitsmodelle anzugeben. 

Auch wenn du gerade nicht aktiv suchst, empfiehlt Melissa, den Status „offen für neue Möglichkeiten“ eingeschaltet zu lassen. Sie sagt: „Ich lasse meinen immer an, damit ich für relevante Chancen sichtbar bleibe und erfahre, was für meine Rolle aktuell am Markt gezahlt wird.“

Über mich

Hier kannst du dich wirklich präsentieren. Melissa empfiehlt, 3-4 kurze Absätze zu verfassen, die deine persönliche Marke hervorheben. Wie sie es ausdrückt:

Das ist deine Chance, deine Geschichte zu erzählen – zeige, was du bewirken kannst.

Beginne diesen Abschnitt mit einem Aufhänger – etwas, das die Aufmerksamkeit der Leser:innen gewinnt und deinen Wert hervorhebt. Es kann auch ein Zitat sein, das perfekt ausdrückt, was du liebst. Danach kannst du einige deiner Erfolge oder Projekte teilen, aber bring es immer zurück zu deiner Marke und deinen Karrierezielen. Der Abschnitt sollte deutlich machen, welchen Mehrwert du bietest.

Berufserfahrung 

Hier weißt du, was zu tun ist! In diesem Bereich stellst du deine beruflichen Stationen und die Unternehmen vor, für die du gearbeitet hast. Beschreibe deine Rollen detailliert und belege Erfolge durch Zahlen, genau wie im Lebenslauf.

Betrachte diesen Abschnitt als mehr als nur eine Berufserfahrung – er kann auch als Portfolio dienen. Füge Arbeitsproben direkt im Bereich deiner Erfahrungen hinzu oder markiere sie im Bereich „Im Fokus“. Beispiel: Wenn du eine erfolgreiche Marketingkampagne geleitet hast, lade das von dir erstellte Pitch-Deck hoch. Das Einbinden solcher Medieninhalte kann dein Profil hervorheben und deine Chancen erhöhen, mehr Vorstellungsgespräche zu bekommen.

Projekte 

Apropos LinkedIn als Portfolio nutzen – der Abschnitt „Projekte“ ist ein Muss für Projektmanager:innen. Falls du diesen Abschnitt nicht in deinem Profil siehst, klicke einfach auf „Profilbereich hinzufügen“ unter deiner Überschrift, um ihn einzufügen.

Liste so viele Projekte auf, wie du möchtest, aber konzentriere dich nicht nur darauf, was du gemacht hast – hebe vielmehr deine größten Erfolge und den Einfluss hervor, den du erzielt hast.

Fähigkeiten

Der Abschnitt „Fähigkeiten“ in deinem Profil ist äußerst wichtig für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und dafür, dass Recruiter auf deine Seite aufmerksam werden. Wenn du auf Jobsuche bist, stelle sicher, dass deine aufgeführten Fähigkeiten mit den angestrebten Positionen übereinstimmen.

Melissa empfiehlt, 10-15 für dich interessante Stellenanzeigen anzuschauen und die wichtigsten aufgeführten Kompetenzen zu identifizieren. Ergänze die relevanten davon in deinem Profil – aber nur, wenn du diese Fähigkeiten tatsächlich hast! 

Auch Bestätigungen („Endorsements“) können deine Sichtbarkeit erhöhen. Scheue dich nicht, Kolleg:innen zu bitten, deine Kompetenzen zu bestätigen. Gleiches gilt für Empfehlungen in deinem Profil. Eine gute Möglichkeit, mehr zu erhalten, ist selbst welche zu geben: Wenn du mit jemandem ein erfolgreiches Projekt abgeschlossen hast, schreib ihm oder ihr eine Empfehlung – sie wird dir wahrscheinlich im Gegenzug ebenfalls eine schreiben.

Weitere Profilbereiche 

Es gibt zahlreiche zusätzliche Bereiche, die du in deinem Profil hinzufügen kannst. Erwäge, auch Angaben zu ehrenamtlichem Engagement, Auszeichnungen, Veröffentlichungen oder anderen Aspekten zu machen, die deine Expertise unterstreichen. Je mehr du ergänzt, desto besser wird dein Profil gefunden – wichtig ist aber, dass alles zu deiner Karrieregeschichte und deiner persönlichen Marke passt.

Noch ein paar weitere Tipps von Melissa zu den unterschiedlichen Elementen deines LinkedIn-Profils:

Melissa Khan-Blackmore erklärt, wie man das Beste aus dem Bereich „Im Fokus“ im Profil herausholen kann und wie sich LinkedIn-Gruppen optimal nutzen lassen.

Den ersten Schritt machen 

Zu wissen, was ein großartiges LinkedIn-Profil ausmacht, ist das eine – ins Handeln zu kommen das andere. Melissas Rat? Fang klein an. Sie sagt: „Schon kleine Updates können Schwung geben und zu größeren Chancen führen.“ 

Beginne damit, deine Überschrift zu überarbeiten oder den Über-mich-Bereich zu aktualisieren. Im Laufe der Zeit summieren sich diese kleinen Verbesserungen.

Noch ein letzter Tipp von Melissa:

Worauf du dich bei der Optimierung deiner LinkedIn-Seite wirklich konzentrieren solltest, ist das, was dich wirklich einzigartig macht – deine berufliche Marke, das, was du einbringst, deine Karrieregeschichte und deine besonderen Stärken.