Präsentationen in Form von Foliensätzen werden nicht verschwinden. Trotz jahrelanger Belustigung im Unternehmensalltag, überladener Aufzählungspunkte und dem Gefühl „das hätte auch eine E-Mail sein können“ stehen Präsentationen weiterhin im Zentrum, wenn es darum geht, Menschen in Organisationen auf gemeinsame Ideen einzuschwören. Und jetzt trifft Künstliche Intelligenz (KI) direkt auf diesen Arbeitsprozess.
In dieser Folge spricht Galen mit Morgan Cornelius, Chief of Staff bei Decky und Gründerin von mrcantile, darüber, warum Präsentationen weiterhin eine wichtige Rolle spielen, warum die meisten mit KI generierten Foliensätze scheitern und wie Teams KI als kollaborativen Denkpartner statt als oberflächliche Folienschmiede einsetzen können. Sie beleuchten den eigentlichen Zweck von Präsentationen – nämlich Resonanz zu schaffen und nicht bloß Informationen zu übertragen – und untersuchen, wie es sich auswirkt, wenn KI das Produktionsnadelöhr auflöst, aber die eigentlichen Gedanken weiterhin von Menschen stammen müssen.
Das lernst du in dieser Folge
- Warum Präsentationen trotz weit verbreitetem Frust am Arbeitsplatz weiterhin die Kommunikation beherrschen
- Der Unterschied zwischen Informationsvermittlung und echter Resonanz mit dem Publikum
- Warum die meisten KI-generierten Präsentationen beim „Vertrauens-Test“ für Menschen durchfallen
- Wie KI als kollaborativer Partner anstelle einer Ein-Klick-„Mach es schön“-Abkürzung genutzt werden kann
- Die versteckte Präsentationssteuer, die Wissensarbeiter jährlich bezahlen
- Was passiert, wenn KI Teams mehr Zeit für Storytelling, Strategie und Präsentation gibt
- Warum durchdachte Kommunikation – und nicht das Foliendesign – zum eigentlichen Unterscheidungsmerkmal im KI-gestützten Arbeitsumfeld wird
Zentrale Erkenntnisse
- Gute Foliensätze sind keine Frage der Menge, sondern der Ausrichtung. Führungskräfte brauchen selten die vollständige Abhandlung – sie benötigen die Essenz, die alle auf eine Linie bringt.
- KI-generierte Folien scheitern schnell, wenn sie Verzierung über Klarheit stellen. Menschen erkennen sofort, wenn ein Design den „Uncanny Valley“-Effekt hat, und sobald sie sich fragen, ob die Präsentation von KI erstellt wurde, hören sie dem Vortragenden nicht mehr zu.
- Die besten KI-Workflows ahmen gelungene menschliche Zusammenarbeit nach. Die Magie liegt nicht im Knopfdruck „Generieren“, sondern im Dialog: das Narrativ verfeinern, Annahmen prüfen, für das Publikum anpassen und die Geschichte Schritt für Schritt formen.
- Markenkonsistenz ist wichtiger, als viele KI-Tools zugeben. Allgemeine Vorlagen eignen sich für Unternehmen ohne festgelegtes Designsystem, aber reifere Organisationen brauchen Werkzeuge, die sich an bestehende Foliendatenbanken und Kommunikationsmuster anpassen.
- Präsentationsarbeit ist eine verborgene Betriebskostenfalle. Morgan hat ausgerechnet, dass sie allein bei Yelp über 21 Arbeitswochen mit dem Erstellen von Decks verbracht hat. Die größte Chance von KI scheint darin zu liegen, Teams diese Zeit zurückzugeben.
- Die Zukunft der Präsentationen bedeutet vermutlich nicht weniger Folien, sondern weniger schlechte Folien. Wenn KI das Formatierungsproblem beseitigt, treten Qualität von Inhalt, Storytelling und Vortrag noch stärker in den Vordergrund.
- Der eigentliche Mehrwert von KI bei Präsentationen liegt nicht im Ersatz menschlicher Kommunikation. Sie verschafft Menschen vielmehr Zeit, um ihren Auftritt zu üben, Ideen weiterzuentwickeln und das Publikum zu verstehen, anstatt ewig Textfelder zu verschieben.
Kapitel
- 00:00 — Warum Folien weiterhin entscheidend sind
- 02:56 — Lernt Morgan Cornelius kennen
- 04:27 — Stirbt PowerPoint aus?
- 07:06 — Resonanz statt Information
- 10:04 — Was macht ein gutes Deck aus
- 12:25 — KI-Schund und schlechte Präsentationen
- 18:13 — KI beim Erstellen von Foliensätzen nutzen
- 22:03 — Von internen zu externen Präsentationen
- 29:27 — Menschliche Zusammenarbeit zählt
- 35:33 — Decks mit KI neu verwerten
- 37:54 — Rückblicke als Impulsgeber für Executives
- 42:01 — Tipps für bessere KI-Präsentationen
- 44:13 — Die Präsentationssteuer
- 45:33 — Die Zukunft der Präsentationen
- 48:29 — Die aufwendigsten Foliensätze
- 51:17 — Wo ihr Morgan findet
Unser Gast

Morgan Cornelius ist Chief of Staff bei Decky und Gründerin von mrcantile. Sie konzentriert sich darauf, Systeme, Betriebsabläufe und strategische Initiativen zu entwickeln, die Organisationen helfen, mit Klarheit und Intention zu wachsen. Mit einem Hintergrund in Geschäftsführung, Partnerschaften, Community-Building und kreativem Unternehmertum bringt Morgan einen durchdachten, menschenzentrierten Ansatz in Führung und Umsetzung ein. Sie setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Teams effektiver an der Schnittstelle von Strategie, Kultur und Innovation arbeiten zu lassen, und fördert dabei nachhaltiges Wachstum sowie sinnvolle Zusammenarbeit in modernen Organisationen.
Ressourcen aus dieser Folge:
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Galen Low: Foliensätze dienen nicht dazu, Informationen in die Köpfe der Menschen zu transferieren. Sie sollen ein Konzept zum Schwingen bringen. Das ist vermutlich das, was viele falsch machen, wenn sie ihre Folien-Kreationen an KI auslagern und enttäuscht über das Resultat sind. Um ehrlich zu sein, ist das genau das, was Leute auch falsch machen, wenn sie ihr Design-Team bitten, die Folien einfach nur hübscher zu machen.
Da es jedoch immer wichtiger wird, die Menschen wirklich für eine Idee zu begeistern, statt sie mit PowerPoint zu Tode zu langweilen, könnte KI das Einzige sein, das uns hilft, in der erforderlichen Geschwindigkeit zu arbeiten. Wie können wir also KI nutzen, um effektive Präsentationen schneller zu erstellen, ohne in die KI-Falle zu tappen, die das Vertrauen unseres Publikums zerstört und unsere Botschaft verfehlt?
Und außerdem: Werden Foliensätze in ein paar Jahren überhaupt noch wichtig sein? Um das zu beantworten, habe ich eine Expertin für Kommunikation und ehemalige Projektmanagerin eingeladen, die sich der Aufgabe verschrieben hat, ein Next-Gen KI-Folien-Tool auf den Markt zu bringen. Wir tauchen tief ein in den richtigen Einsatz von KI für Präsentationen, wie man das Uncanny Valley vermeidet, das Menschen abschreckt, und was uns in Zukunft erwartet, wenn wir hunderte Stunden Präsentationserstellung einsparen. Viel Spaß beim Hören!
Willkommen zum Podcast des Digital Project Managers – die Sendung, die Führungskräften hilft, smarter zu liefern, reibungsloser durchzuführen und ihre Teams mit Zuversicht im KI-Zeitalter zu leiten. Ich bin Galen und wir diskutieren wöchentlich reale Strategien, neue Trends, bewährte Methoden und gelegentliche Geschichten von der Projektfront. Egal, ob du riesige Transformationsprojekte steuerst, KI-Workflows bändigst oder einfach das Chaos im Griff behalten musst – du bist hier richtig. Los geht’s!
Heute sprechen wir über zwei meiner Lieblingsthemen: Foliensätze und KI. Während ich in PowerPoint denke und träume, hassen es die meisten Menschen, Präsentationen zu erstellen, können es nicht gut, ertragen die Präsenationen anderer nur schwer – oder alles zusammen.
Wir schauen uns also an, wie KI helfen kann. Wir reden darüber, wie KI ein effektiver Sparringspartner sein kann, um dir die Mühsal der Folien-Erstellung zu ersparen, wie Menschen vermeiden, KI-Müll in Folienform zu erzeugen, und warum der "Tod durch PowerPoint" vielleicht bald Vergangenheit ist. Heute bei mir: Morgan Cornelius, Chief of Staff bei Decky und Gründerin der B2B-Marketing-Beratung mrcantile.
Morgan ist Fürsprecherin für kleine Unternehmen, Community Builder und Produktvermarkterin mit 15 Jahren Erfahrung. Sie war bei Yelp, Instagram und Twitter für den Aufbau der Communities für kleine Unternehmen zuständig, leitete Strategie, Umsetzung und Projektmanagement von Anfang bis Ende. Nach Jahren mit dem Aufbau von Communities bei einigen der größten Plattformen der Welt gründete sie schließlich ihre eigene Marketingagentur, mrcantile.
Zuletzt hat sie ihre Expertise bei Decky eingebracht, dem KI-basierten Präsentationstool, wo sie als Chief of Staff die Marktstrategie verantwortet. Sie ist diejenige, die nicht nur Strategien entwickelt, sondern das Playbook umsetzt, alles koordiniert, sicherstellt, dass das Ergebnis stimmt und dass die Präsentation großartig aussieht. Ach ja, und sie kann ein beeindruckendes Sauerteigbrot backen.
Morgan, danke, dass du heute dabei bist.
Morgan Cornelius: Ich freue mich sehr, hier zu sein, Galen. Ich glaube, ich habe eine verwandte Seele im „Folien essen, trinken, schlafen“-Modus gefunden. Es ist schön, hier zu sein.
Galen Low: Ja, wir werden definitiv auf Slides abnerden – also schonmal Sorry und Gern geschehen an meine Zuhörenden.
Um ehrlich zu sein, ist das ein Thema, für das ich wirklich brenne. Ich habe es gleich am Anfang gesagt: Ich liebe Folien, PowerPoint, Keynote, Google Slides – es ist mein Ding. Für mich ist es, als würde ich normale Arbeitsdinge in freche Kinderbücher verwandeln. Für die meisten ist es eine Qual.
Oft verbringen Leute, und auch ich, viel Zeit mit dem Erstellen eines Decks, adaptieren es dann für ein anderes Publikum, aktualisieren es immer wieder und so weiter. Ich freue mich also, mit dir in den aktuellen Stand von Foliensätzen und Firmenpräsentationen einzutauchen, und das Ganze auch aus KI-Sicht zu betrachten.
Ich hoffe, wir lassen uns treiben, aber zur Sicherheit habe ich uns heute eine kleine Roadmap zusammengestellt. Erst will ich dich mit einer großen, haarigen Frage konfrontieren, die meine Zuhörerinnen interessiert. Dann möchte ich drei Dinge besprechen.
Zuerst: Warum sind Präsentationen heute noch wichtig und was macht gute besser als andere? Danach schauen wir uns einen Use Case für den Einsatz von KI zur Präsentationserstellung an, ohne dass dabei „KI-Müll“ herauskommt – wie findet man das Gleichgewicht zwischen menschlichem Handwerk und KI-Effizienz?
Und zuletzt: Werden Foliensätze in drei bis fünf Jahren noch eine Rolle spielen oder präsentieren dann nur noch Roboter für Roboter? Klingt das gut für dich?
Morgan Cornelius: Klingt großartig. Lass uns einsteigen.
Galen Low: Super. Dann fange ich einfach mal mit einer großen, haarigen Frage an.
Die meisten Leute empfinden das Erstellen und Anschauen von Präsentationen als mühsam, trotzdem sind Folien in den Organisationen, die ich kenne, weiterhin das dominierende Mittel, um Informationen zu vermitteln. Doch jetzt mit KI sehe ich erste fortschrittliche Unternehmen, die von Folien auf eher LLM-taugliche Formate wie Markdown-Dokumente oder Notion-Seiten umsteigen.
Deshalb meine Frage: Steht PowerPoint als Kommunikationsmittel im Arbeitsumfeld vor dem Aus?
Morgan Cornelius: Sehr gute Frage. Ehrlich gesagt: Nein, glaube ich nicht – vor allem weil, auch wenn Markdown- oder Notion-Dokumente super sind, ist das Folien-Format die Nummer eins... Nicht nur glaube ich das, ich weiß, dass es das wichtigste visuelle Hilfsmittel ist, um Menschen auch bei 20+ Minuten Reden aufmerksam zu halten.
Als wir uns den Präsentationsmarkt angesehen haben, stellten wir fest: In den USA haben Google und PowerPoint zusammen einen Marktanteil von 90 Prozent. Es wird also nicht verschwinden, sondern bleibt erhalten.
Entscheidend wird, wie du KI zielgerichtet einsetzt, damit die Arbeit schneller und durchdachter läuft.
Galen Low: Ich liebe die Sache mit dem visuellen Hilfsmittel. Wenn du mir ein endlos langes Notion-Dokument schickst, schweifen meine Augen irgendwann ab. Ich erwische mich dabei zu denken: „Könnte ich das nicht einfach als Foliensatz aufbereiten und abspielen lassen?“ Return to my Arbeitskinderbuch-Vergleich …
Morgan Cornelius: Oder als Projektmanager, wenn man etwas an das Managementteam weitergibt – die Leitung will meist nur die wichtigsten Infos, nicht die vollständige Abhandlung.
Deshalb: In Form eines Foliensatzes und so aufbereitet, dass nur das Wesentliche für die Empfänger sichtbar ist, hat großen Mehrwert und damit einen weiteren Grund, warum das Format bestehen bleibt.
Galen Low: Genau, die Kunst der Verdichtung. Bei einer der großen Beratungen habe ich gelernt: Aus 40 Folien sollen dann zwei werden für einen bestimmten CEO. Und wir so: „Aha.“
Morgan Cornelius: Da muss man seine Worte – und auch die Visualisierung – wirklich sorgfältig wählen.
Galen Low: Definitiv eine Kunst. Lass uns einen Schritt zurückgehen. Du hast viel Erfahrung in Rollen, in denen prägnante und effektive Kommunikation zentral ist.
Du hast als Projektmanagerin angefangen, bist heute Chief of Staff – beides relevante Rollen für meine Zuhörenden, die Projekte richtig machen wollen. Warum waren Folien in deiner Arbeit wichtig? Wozu dienen sie? Und warum reicht nicht einfach eine E-Mail?
Morgan Cornelius: Schon zu Beginn meiner Karriere musste ich – egal ob im Projektmanagement oder in der Community-Arbeit für interne/externe Stakeholder – immer klar und anregend vermitteln, was ich erreichen wollte und was die Gruppe braucht, um an Bord zu kommen. Du musst es so sagen, dass die Leute nicken und spüren: „Ja, das bringt mir etwas.“
Ein Buch, das mir dabei früh geholfen hat, war „Resonate“ von Nancy Duarte. Es zeigt, wie wichtig es ist, die gesprochenen Worte mit einer Visualisierung zu verbinden, die direkt zur Zielgruppe spricht – egal ob an Galen, das Sales-Team oder die Geschäftsleitung.
Immer wieder für das jeweilige Publikum überzeugend zu kuratieren, hat mir geholfen, vom Einstiegs-Projektmanager zur Chief of Staff in einem Startup zu werden.
Galen Low: Das „Resonanz“-Konzept gefällt mir. Gute Texter:innen können auch auf Papier überzeugen, aber in einer Gruppe gemeinsam im Raum einen Konsens erzeugen – das ist eine andere Art zu kommunizieren als mit Texten oder nur Bildern.
Es ist wie ein gemeinsames Vorwärtskommen. Wer sein Publikum nicht mit Informationen überflutet, sondern Resonanz erzeugt, macht es richtig. Klar, manche kippen zu viele Infos hinein, aber das ist gar nicht das Ziel.
Das Ziel ist, gemeinsam mitzuziehen und Entscheidungen zu ermöglichen, statt den „Death by PowerPoint“-Effekt: „Fragen am Ende! Oh, leider keine Zeit mehr, weil wir alles vorgelesen haben, was man ohnehin lesen könnte.“
Morgan Cornelius: Genau. Es muss beim Publikum ankommen – man nimmt sie mit auf die Vision und bekommt durch die nonverbalen Reaktionen im Raum das Feedback, dass es verstanden wird. Bei einer E-Mail hingegen fehlt dieses direkte Feedback völlig.
Galen Low: Ich überlege gerade, man könnte doch „React“-Videos wie zu Mails drehen. „Hier ist meine Reaktion auf deine E-Mail. Meh.“
Morgan Cornelius: Exakt. Genau das.
Galen Low: Gute Überleitung: Was macht ein Deck zu einem guten Deck? Und später dann das Gegenteil.
Morgan Cornelius: Es sind mehrere Faktoren.
Die Worte müssen zum Gesagten passen. Was du auf der Folie nicht willst, sind Textblöcke vom linken bis zum rechten Rand. Das lenkt nur ab. Zu viele Grafiken oder visuelle Elemente – vor allem wenn sie nicht zur Firmen-CI passen – führen dazu, dass gerade Designer:innen im Publikum stöhnen: „Was ist das denn?“
Wichtig ist: Clean, CI konform, möglichst wenig Text und nur das Wesentliche. Das Deck sollte im Kern immer gleich sein und je nach Zielgruppe angepasst werden. Gute Visuals sind hilfreich, aber nichts sollte überladen sein. Das sind die Hauptaspekte für ein gutes Deck. Ein schlechtes Deck entsteht oft, weil es zu kompliziert wird – meist durch schlechte KI-Präsentationstools, die alles überfrachten.
Galen Low: Das kenne ich auch gerade von KI-Tools, die es manchmal zu gut meinen – lustig, memebeladen, und es passt dann doch nicht für jede Präsentation.
Manche Tools fragen gar nicht nach dem Publikum, es entsteht einfach irgendwas „hübscheres“ – das kann schnell abschrecken. Dann nimmt man doch lieber das Design-Team-Template.
Morgan Cornelius: Ja, genau da liegt das Problem: Tools wie ChatGPT oder Claude sind super, um mit dir gemeinsam an der Struktur zu arbeiten. Aber sobald das ins Deck übertragen wird, geht viel verloren, wenn man einfach auf „Generieren“ klickt. Genau das haben wir bei Decky gelöst.
Du bringst dein CI-Deck mit, lädst es hoch und bekommst im Prozess einen editierbaren Vorschlag, den du anpassen kannst – so entsteht der Spagat zwischen konsistenter Marke und echter Mitwirkung – statt „mach mal hübscher und überrasche mich“.
Galen Low: Stimmt absolut. Oft imitieren die Tools nur missverständliche Prozesse aus dem Agenturumfeld: „Hier ist das Dokument, mach es hübsch, fertig.“ Design ist aber ein partnerschaftlicher Prozess und ein gutes Deck ist Teil einer Kunstform.
Morgan Cornelius: Die Akzeptanz neuer KI-Tools steigt rapide in der Firmenwelt – doch niemand nutzt den Output direkt aus der Maschine für Präsentationen, weil jeder sofort merkt, wenn es nicht menschlich ist.
Wenn das Publikum denkt „Das wirkt KI-generiert“, hören sie nicht mehr zu.
Galen Low: Genau, das „Uncanny Valley“ zerstört das Vertrauen. Wenn irgendwo ein Achsenlabel falsch ist, ist die Aufmerksamkeit weg. Da kann die Technik noch so fortgeschritten sein – der künstlerische Anspruch bleibt.
Selbst wenn KI-Tools jetzt in Workspace oder O365 angebunden sind, bleibt das Handwerk. Und wie du sagtest: Es ist nicht einfach fertig, wenn es aus der KI oder dem Design zurückkommt – Nacharbeit ist Prozessbestandteil.
Mich interessiert: Decky erstellt interne und externe Firmenpräsentationen per KI. Andere Tools wie Miro, Figma oder Canva sind designlastig, ich habe da bisher wenig KI-Erfahrung gesammelt. Viele trauen sich nicht, weil das Vertrauen fehlt, nicht wegen der Technik – auch, weil die Zusammenarbeit mit Menschen schon schwierig war („Mach einfach hübsch und schick’s zurück“). So mutiert auch der KI-Einsatz. Wie geht’s richtig?
Morgan Cornelius: Ein zusätzlicher Gedanke zu deinem Punkt: Viele KI-Foliendesigner gehen davon aus, dass es noch keine CI gibt. Das ist auch hilfreich, wenn du am Anfang stehst. Aber die meisten Unternehmen haben eine CI und viele Mitarbeitende, die immer neue Decks generieren wollen – da setzen wir auf die Einhaltung der Brand Guidelines, beschleunigen den Prozess und geben Menschen die Kontrolle.
Ich zeige mal kurz ein Beispiel. Erst gehst du in deine Slide-Bibliothek, lädst das Deck hoch, das du am häufigsten nutzt, und das quasi deine Lieblingsvorlage ist. Dann sagst du zum Beispiel: „Mach daraus aus diesem internen Business Case ein externes Pitch Deck für eine Partnerschaft mit CMX“ – und KI recherchiert die Firmen und schlägt eine Struktur vor, stellt Verständnisfragen und generiert anschließend Slides, die du freigeben oder anpassen kannst.
Galen Low: Das klingt effizienter, als ich das manuell machen würde …
Morgan Cornelius: Der Prozess lässt sich natürlich für verschiedene Use Cases anpassen: Unterschiedliche Zielgruppen, Erzählperspektiven, Ziele. Die KI befragt dich wie ein Partner und grenzt das Ergebnis passend ein.
Galen Low: Beeindruckend …
Morgan Cornelius: Im Output bekommst du Quellverweise für Daten und kannst jede Folie individuell anpassen, bevor du finalisierst – z. B. auch in Google Slides oder PowerPoint voll editierbar. Kein statisches Bild, sondern direkt bearbeitbar.
Galen Low: Das hätte ich tatsächlich nicht erwartet – das Layout, die Brand-Fonts, alles sitzt. Die KI wirkt hier wirklich wie ein mitdenkender Partner und ermöglicht die Transformation von Inhalten für verschiedene Zielgruppen, ohne alles von Grund auf neu zu bauen …
Morgan Cornelius: Genau das. Die Alternative wäre ja stundenlange Copy-Paste-Arbeit je nach Publikum oder Anwendungsfall. Mit KI wird der Wechsel zwischen interner Entscheidung, externer Kundenpräsentation oder Report deutlich einfacher.
Galen Low: Das spart enorm Zeit, zumal in großen Organisationen …
Morgan Cornelius: Total. Wir wollten explizit die Sorgen rund um KI-Halluzinationen entschärfen, indem wir Quellennachweise liefern und Kontrolle bieten. Und es bleibt individuell anpassbar für den jeweiligen Anlass – egal ob informeller Team-Retro, Führungsgremium oder externe Partnerpräsentation.
Galen Low: Das war ein praxisnaher Überblick. Und hast du Tipps für alle, die (auch ohne Decky) morgen mit KI ein Folienset erstellen wollen? Worauf muss man achten – wie vermeidet man das Uncanny Valley?
Morgan Cornelius: Wer KI fürs Präsentieren nutzt, sollte besonders auf die Einhaltung der eigenen Marke (Farben, Fonts, Layouts etc.) achten. Ein reines „Beautify“ reicht selten aus. Entscheidend sind Fragen wie: Wer ist das Publikum? Was soll das Ergebnis sein? Wer präsentiert mit, wie viel Datenintegration ist gewünscht? Ohne diese Vorgaben kommt oft kein brauchbarer Output zustande – aber mit klaren Vorgaben geht es schnell in die richtige Richtung.
Galen Low: Das deckt sich mit meinen Erfahrungen – die menschliche Note und Nachbereitung bleiben entscheidend, auch weil viele Tools die Marke nicht sauber abbilden können …
Wir müssen lernen, KI-Systeme als Dialogpartner zu nutzen, Vorschläge zu prüfen und zu korrigieren, statt einfach durchzuklicken und das Ergebnis zu akzeptieren. Dann profitieren wir von der Geschwindigkeit und können das Handwerk auf Inhalt und Wirkung konzentrieren.
Morgan Cornelius: Eben. Mein größter Aha-Moment: Allein während meiner Zeit bei Yelp habe ich mindestens 864 Arbeitsstunden (~22 Wochen) mit der Präsentationserstellung verbracht – ein halbes Jahr reine Foliensätze! KI nimmt diese Zeitlast ab, dann zählt noch mehr die inhaltliche Qualität und der Mehrwert für das Publikum.
Galen Low: Das ist wirklich eine spannende Zukunftsvision. Gerade in Präsentationen bleibt der Mensch strategisch und künstlerisch gefordert. Ob durch Zeitersparnis für Inhalt oder für die Perfektionierung der Delivery – das Präsentieren bleibt Handwerkskunst.
Morgan Cornelius: Absolut. Und man gewinnt Übungszeit zurück für die eigentliche Präsentation und erzählt seine Story noch überzeugender.
Galen Low: Danke für deinen Einblick und das tolle Gespräch, Morgan. Wo können Interessierte mehr über dich oder Decky erfahren?
Morgan Cornelius: Am einfachsten: LinkedIn (Morgan R. Cornelius), auch auf Instagram unter dem gleichen Namen. Für Decky: decky.ai – mit dem Code deckydpm gibt's ein kostenloses Probeabo für Decky Pro.
Galen Low: Super, danke für das Angebot! Die Links und den Code findest du in den Shownotes. Das hat viel Spaß gemacht!
Morgan Cornelius: Absolut, vielen Dank Galen – war ein spannender Austausch.
Galen Low: Und das war’s für heute beim Podcast des Digital Project Managers. Wenn dir das Gespräch gefallen hat, abonniere uns und wenn du noch mehr Praxistipps, Case Studies und Playbooks willst: Kostenlos anmelden unter thedigitalprojectmanager.com.
Bis zum nächsten Mal – danke fürs Zuhören!
