Eine Karriere im Projektmanagement zu navigieren bedeutet heute, sich nicht nur mit Gantt-Diagrammen und Stakeholder-Meetings auseinanderzusetzen – es heißt, wegweisende Entscheidungen in Bezug auf Gehalt, Spezialisierung und Sinnstiftung im Beruf zu treffen. In dieser Panel-Episode bringt Kelsey Alpaio führende PM-Vordenker:innen Ben Chan, Mackenzie Dysart und Elizabeth Harrin zu einem offenen Gespräch darüber zusammen, wie Sie Ihre Karriere im Projektmanagement so gestalten, dass sowohl Bezahlung als auch Sinn nicht zu kurz kommen.
Gemeinsam analysieren sie brandaktuelle Daten aus dem DPM Gehaltsreport 2025 und beantworten einige der drängendsten Fragen, vor denen PMs aktuell stehen: Sollten Sie sich spezialisieren oder Generalist:in bleiben? Wann sind Zertifikate tatsächlich hilfreich? Ist es je zu spät, die Kontrolle über die eigene Karriere zu übernehmen? Und wie trifft man selbstbewusste Entscheidungen, wenn KI und Automatisierung die Rolle in Echtzeit verändern? Diese randvolle Episode liefert Ihnen konkrete Werkzeuge, ehrliche Einblicke und fundierte Tipps für alle, die das Ruder ihrer Projektmanagement-Laufbahn selbst in die Hand nehmen möchten.
Das lernen Sie
- Wie Gehalt, Branche, Zertifizierung und Standort die Gehälter im Projektmanagement beeinflussen
- Warum Sinnstiftung genauso wichtig ist wie Vergütung – und wie Sie beides finden
- Werkzeuge zur Bewertung von Karrieremöglichkeiten und zur Klärung Ihrer wirklichen Wünsche
- Die sich wandelnde Rolle von PMs und wie Sie Ihr Skillset zukunftssicher machen
- Wann sich Zertifizierungen (nicht) lohnen
- Strategien, um berufliche Übergänge, Karrierepausen und Branchenwechsel erfolgreich zu meistern
Wichtige Erkenntnisse
- Verwenden Sie ein „Decision Wheel“ (Entscheidungsrad), um visuell und gewichtet darzustellen, was Ihnen in Ihrer Karriere am wichtigsten ist – Gehalt, Benefits, Flexibilität, Unternehmenskultur und mehr.
- Klären Sie Ihre Kernwerte mit Übungen (z. B. auch einem Kartenset mit einem Coach oder Therapeuten!), um Potenziale für Fehlanpassungen aufzudecken und weitere Karriereschritte bewusster zu gestalten.
- Unterschätzen Sie Generalist:innen nicht. Vielfältige Erfahrungen sind ein Vorteil – seien Sie jedoch bereit, diese für neue Branchen und Rollen klar und nachvollziehbar zu übersetzen.
- Zertifizierungen erleichtern Ihnen den Einstieg, besonders zu Beginn Ihrer Laufbahn oder beim Quereinstieg – ab Senior-Niveau sind jedoch Einflussnahme und soziale Kompetenzen wichtiger.
- Netzwerken Sie strategisch. KI-basierte Bewerberfilter blockieren oft vielversprechende Kandidat:innen – persönliche Empfehlungen und Beziehungen sind wertvoller als je zuvor.
- Überwachen Sie Ihre Zufriedenheitskriterien. Wenn das Gehalt stimmt, Ihnen aber der Sinn fehlt (oder umgekehrt), überlegen Sie, was in Ihrer aktuellen Rolle machbar ist, bevor Sie über einen Wechsel nachdenken.
- Nutzen Sie mehrere Gehaltsquellen für Gehaltsverhandlungen – untermauern Sie Ihre Forderungen mit Belegen und Hintergrundinformationen.
Kapitel
- [00:00] Einführung & Vorstellung der Panelgäste
- [03:00] Erste Reaktionen auf die Gehaltsdaten
- [06:00] Bezahlung und Sinnstiftung in Balance bringen
- [11:35] Werkzeuge für klare Karriereentscheidungen
- [16:53] Bewusste vs. zufällige PMs
- [20:35] Karrierewege: Generalist:in vs. Spezialist:in
- [25:00] Wie sich die PM-Rolle wandelt
- [26:42] Lohnt sich eine Zertifizierung?
- [30:42] Große Karrierewechsel meistern (KI, Wirtschaft)
- [34:30] Als Senior-Generalist:in herausstechen
- [37:03] Branchenwechsel als PM
- [40:44] Dilemma: Gehalt vs. Sinnstiftung
- [45:33] Rückkehr nach einer Karrierepause
- [46:56] Beziehungen vs. Lebensläufe im Recruiting
Lernen Sie unseren Gast kennen

Ben Chan ist Coach für Projektführung, Speaker und Moderator. Er hat bereits hunderte Projektmanager:innen dabei unterstützt, mit Selbstvertrauen und Sinn zu führen. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in verschiedensten Branchen und Multimillionen-Dollar-Projekten bringt er einen praxisnahen, humorvollen Zugang zu Projektführung mit – und wurde zurecht als einer von LinkedIns Top 3 PM Creators in Kanada ausgezeichnet. Außerdem ist er Gastgeber des Podcasts The Organized Chaos Café.

Mackenzie Dysart ist eine als PMP und CSM zertifizierte Projektmanagerin mit über zehn Jahren Erfahrung. Sie ist ein echtes Unikat, denn sie hat sich tatsächlich bewusst für den Beruf der Projektmanagerin entschieden. Derzeit ist sie Delivery Principal bei Thoughtworks und leitet eines der größten Kundenprojekte in Amerika.

Elizabeth Harrin ist eine preisgekrönte Bloggerin, Autorin und Rednerin mit über 20 Jahren Projektmanagement-Erfahrung in den Bereichen IT, Finanzen und Gesundheitswesen. Ihr Buch Managing Multiple Projects war 2023 Finalist bei den Business Book Awards. Sie spricht weltweit zu den Themen Stakeholder-Engagement, Karriere und Produktivität. Mehr über ihre Arbeit erfahren Sie auf rebelsguidetopm.com.
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- Organized Chaos Café – Bens Podcast
- Managing Multiple Projects – Elizabeths Buch
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Lies das Transkript:
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Kelsey Alpaio: Mein Name ist Kelsey Alpaio, ich bin Executive Editor für The Digital Project Manager. Die heutige Sitzung konzentriert sich darauf, wie du deine PM-Karriere für mehr Gehalt und Sinn gestalten kannst, und wir sprechen mit einigen der wichtigsten Stimmen und Vordenker:innen in diesem Bereich.
Wir haben Ben Chan dabei. Ben ist Coach für Projektführung, Redner und Moderator, der bereits Hunderten von Projektmanager:innen geholfen hat, mit Selbstvertrauen und Sinn zu führen. Mit über 15 Jahren Erfahrung in verschiedenen Branchen und Multi-Millionen-Dollar-Projekten bringt er einen praxisnahen, humorvollen Ansatz in die Projektleitung, der ihm einen Platz unter den Top 3 PM-Creatern Kanadas auf LinkedIn eingebracht hat. Er ist außerdem Gastgeber des Podcasts "Organized Chaos Café".
Außerdem haben wir Mackenzie Dysart, eine zertifizierte Projektmanagerin (PMP und CSM) mit über einem Jahrzehnt Erfahrung. Sie ist ein echtes Unikat, denn sie hat sich tatsächlich bewusst für den Beruf PM entschieden. Zurzeit ist sie Delivery Principal bei Thoughtworks und leitet einen der größten Accounts in Amerika.
Und wir haben Elizabeth Harrin, eine preisgekrönte Bloggerin, Autorin und Rednerin mit über 20 Jahren Projekterfahrung in IT, Finanzen und Gesundheitswesen. Ihr Buch "Managing Multiple Projects" war Finalist bei den Business Book Awards 2023. Sie spricht weltweit über Stakeholder-Engagement, Karriere und Produktivität. Mehr über ihre Arbeit erfährst du unter rebelsguidetopm.com.
Jede:r von uns hat sich im Laufe der Karriere bestimmt schon mal gefragt: "Bin ich auf dem richtigen Weg?" Vielleicht hast du daran gedacht, die Branche zu wechseln, eine Zertifizierung zu machen oder sogar in eine andere Stadt zu ziehen, um ein höheres Gehalt zu verdienen. Ich möchte dazu mit ein paar Daten beginnen. Zum Beispiel verdienen PMs im Bereich Software und IT laut unserem Gehaltsleitfaden 2025 etwa 23.000 $ mehr als PMs in den Bereichen Medien, Marketing und Werbung.
In den USA verdienen zertifizierte PMs 13.000 $ mehr als ihre nicht zertifizierten Kolleg:innen. Und wenn du in New Jersey lebst, gehörst du zu den bestbezahlten PMs in den USA. Diese Schritte könnten also helfen, mehr zu verdienen – aber es ist nicht immer einfach, den Karriereweg zu verändern. Und da sich das Projektmanagement ständig weiterentwickelt, wird es immer komplizierter herauszufinden, worauf man sich konzentrieren soll.
Spezialisieren? Generalist:in bleiben? Titeln hinterherjagen? Oder Sinn und Erfüllung suchen? Genau darüber sprechen wir heute: Wie gestaltest du eine Laufbahn, die zu dir passt, die nicht nur dein Gehalt, sondern auch deinen Sinn wächst? Fangen wir mit dem großen Ganzen an. Ich habe viele Statistiken aus unserem Gehaltsleitfaden 2025 genannt, die zeigen, dass PMs je nach Branche, Zertifikaten und Standort deutlich mehr verdienen.
Mich interessiert, wie unsere Panelist:innen diese Daten sehen. Was fällt euch dazu spontan ein? Elizabeth, möchtest du starten?
Elizabeth Harrin: Ja. Ich habe mir die Daten angeschaut und es ist wirklich interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Gehälter im Projektmanagement sind. Es gibt Einstiegsjobs und sehr hochrangige Positionen.
Es gibt für jede:n einen Platz, in vielen verschiedenen Branchen. Das macht es aber auch schwieriger, die eigene Karriere gezielt zu planen. Denn man muss viele Kategorien berücksichtigen, wie z.B. Standort, Zusatzleistungen im Job oder den Gender Pay Gap. All das kann wirklich Einfluss auf das Gehalt haben.
Kelsey Alpaio: Ja, absolut. Mackenzie, was hast du zu den Zahlen gedacht?
Mackenzie Dysart: Wir haben ja schon öfter darüber gesprochen, und ich habe mich wirklich intensiv damit beschäftigt. Wenn ihr die Review lest – viele Zitate von mir, mein Gesicht ist also auch zu sehen. Für mich ist das Interessanteste natürlich der Gender Pay Gap.
Das finde ich immer spannend, aber dass Jersey so gut bezahlt, überrascht mich nicht, weil es so nah an New York ist, aber günstiger zum Leben. Menschen versuchen herauszufinden, wie sie ihr Geld am besten optimieren können. Und angesichts der globalen Wirtschaftslage ziehen wir alle den Gürtel etwas enger.
Das überrascht mich nicht, aber ich weiß, es gibt Wege, dass es für dich funktioniert. Je mehr wir über Gehälter sprechen, desto mehr Gleichberechtigung gibt es — und diese Gespräche sind wichtig für die Entwicklung aller.
Kelsey Alpaio: Ja, auf jeden Fall. Schau in den Leitfaden, viele tolle Zitate von Mackenzie. Ben, was war dein erster Eindruck zu den Daten?
Ben Chan: Ja. Gerade jetzt sehen wir viel Volatilität im Markt und in den unterschiedlichsten Branchen, die wir gar nicht erwartet hätten. Insgesamt denke ich mir: Wir müssen am Gehalt in Kanada arbeiten.
Aber ich glaube, die Unterschiede zwischen den Branchen werden auch daran deutlich, dass es heute viele Branchen gibt, die es früher so nicht gab. Wir haben erst neulich gehört, dass Meta einen KI-Ingenieur für eine riesige Summe abgeworben hat.
Ich weiß nicht, ob ich es richtig im Kopf habe, aber ich glaube, es waren rund 200 Millionen Dollar. All diese aufstrebenden Branchen entstehen, während andere wieder verschwinden – wie zum Beispiel das Hudson Bay Unternehmen in Kanada, das früher überall aktiv war und nun zusammengebrochen ist.
Diese Veränderungen zeigen, dass es zwar Durchschnittswerte gibt, aber ich wäre sehr gespannt auf die höchsten und niedrigsten Werte und wie groß die Spannweite wirklich ist. Das sind die Zahlen, in die Statistiker:innen tiefer eintauchen und aus denen sie interessante Erkenntnisse ziehen können.
Kelsey Alpaio: Absolut. Heute reden wir viel über Gehalt. Wir packen den Bericht aus, aber ich will auch gleich zu Beginn sagen: Es geht nicht nur ums Geld – auch wenn das in der aktuellen Wirtschaftssituation schwer zu sagen ist. Aber wir verbringen so viel Zeit mit Arbeit, da will man mehr als nur einen Gehaltscheck.
Wie soll man die beiden Säulen Gehalt und Sinn ausbalancieren? Was wiegt bei einer schwierigen beruflichen Entscheidung mehr? Mackenzie, magst du starten?
Mackenzie Dysart: Gerne! Balance ist wichtig, und Sinn ist ein tolles Wort – es geht nicht nur um deine Werte oder ob du einfach zufrieden bist.
Vielmehr sollte die Arbeit dich erfüllen, denn das macht sie leichter und angenehmer. Ich bin ein großer Fan davon, wenn möglich für Unternehmen zu arbeiten, mit denen du dich wirklich identifizieren kannst. Ich hatte die Chance, für eine Agentur zu arbeiten, die hauptsächlich Nonprofit-Organisationen unterstützt hat – das war eine tolle Zeit, aber irgendwann hat mir die Erfüllung gefehlt, und ich habe gewechselt.
Jetzt arbeite ich meist für Profits, mein Kunde ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, aber ich mag ihre Kultur und worauf sie Wert legen. Wenn du einen Job findest, der zu dir passt UND das Gehalt stimmt, ist das viel wert. Wichtige Punkte sind für mich zum Beispiel: Wie sieht das Gesamtpaket aus?
Ich komme aus Kanada, also denke ich z.B. an Gesundheitsleistungen. In den USA ist das vielleicht was anderes, aber bei uns geht es um Extras wie Massage, Physiotherapie oder mentale Gesundheit. Meine Firma bietet z.B. einen besonderen Bonus für mentale Gesundheit.
Ist das genug? Nie, weil mentale Gesundheit teuer ist, aber immerhin. Und was gibt es sonst noch? Flexibles Arbeiten? Muss man immer im Büro sein? Gibt es Home Office, wenn z.B. Handwerker:innen nach Hause kommen müssen? Weil im Leben ja mehr ist als die Arbeit…
Work-Life-Balance ist wichtig – etwa: Normalerweise bin ich dienstags bis donnerstags im Büro, aber nächste Woche habe ich einen Klempnertermin am Mittwoch, also muss ich zuhause arbeiten – und das ist kein Problem.
Welche Richtlinien gibt es noch? Gibt es Elternzeit für alle Geschlechter? Auch für Menschen, die adoptieren wollen? Wie sieht es mit Freistellung für ehrenamtliche Arbeit oder Weiterbildungsbudget aus? All das sind Aspekte, die das Berufsleben verbessern können.
Bei ThoughtWorks gibt es z.B. das Ritual „Gather“, ein Treffen in Toronto und anderen Hubs, mittags zusammen essen, was trinken und Gemeinschaft schaffen – das gibt Sinn und Verbundenheit mit den Kolleg:innen.
Für mich als sehr soziale Person ist das wichtig. Für andere vielleicht nicht – auch okay. Es geht darum, zu recherchieren und all diese Aspekte für sich zu sortieren, was macht dich im Joballtag wirklich glücklich, und wie kann das zusammenpassen?
Kelsey Alpaio: Ja, absolut. Das mit den Zusatzleistungen ist ein interessanter Blickwinkel – am Ende summiert sich das zu deinem Wohlbefinden im Job, auch wenn du vielleicht nicht so involviert bist im Inhalt.
So ging es mir auch wie Crystal – vielleicht sollte ich einfach nach Kanada ziehen, denn Massagen auf Rezept, das klingt verlockend! Aber ja. Elizabeth, wie denkst du darüber, Gehalt und Sinn beim Karriereplan auszubalancieren?
Elizabeth Harrin: Das Gleichgewicht ist einfacher, wenn dein Grundgehalt die Lebenshaltungskosten und den gewünschten Lebensstil abdeckt. Idealerweise findest du dann auch noch eine Branche, die zu deinen Werten passt. Ich bin von Finanzdienstleistungen ins Gesundheitswesen gewechselt, ohne zu wissen, worauf ich mich einlasse. In der Versicherung verkauft man Produkte und verdient dann Geld, wenn sie keiner nutzt.
Im Gesundheitswesen betrifft unsere Arbeit Menschen an ihren schlimmsten Tagen. Die Projekte, die ich leite, helfen dem Klinikpersonal, die bestmögliche Patientenversorgung zu leisten. Das ist ein ganz anderer Bezug zur Wirkung der eigenen Arbeit – und ich fühlte mich viel erfüllter.
Ich habe den Job im Gesundheitswesen nicht angenommen, weil ich dachte, er passt zu meinen Werten. Aber es hat sich herausgestellt, dass es eine super Entscheidung war. Die Arbeit hatte Sinn. Aber es ist leicht, das zu sagen, wenn das Gehalt reicht, um die Kinder zu ernähren und die Kita zu bezahlen. Es muss also ein Ausgleich da sein.
Wie viel brauchst du zum Leben? Was ist dein Grundbedarf, wieviel willst du in die Rente einzahlen? Brauchst du Gesundheitsleistungen – etwa Massagen –, und wenn ja, in welcher Branche bekommst du das bezahlt? Dann kannst du überlegen: Gehe ich in eine Branche, wo ich mehr verdiene und die trotzdem zu meinen Werten passt?
Kelsey Alpaio: Absolut. Ben, ich wollte dich fragen, ob dir bestimmte Tools, Übungen oder Frameworks einfallen, die dir oder deinen Klient:innen helfen, zu klären, was sie von ihrer Karriere wollen? Welche Dinge zählen wirklich, wie trifft man schwere Entscheidungen?
Was sind deine Gedanken dazu?
Ben Chan: Gute Frage. Wenn wir das im Kopf durchgehen, ist das schwierig. Viele Zahlen schwirren herum – welche Option ist besser? Ein Tool, das ich gerne nutze, ist das Entscheidungsrad (decision wheel).
Gehalt und Sinn sind Teile dieses Rads oder Kuchens, aber auch weitere Faktoren spielen eine Rolle. Zum Beispiel Remote Work, Zusatzleistungen, Standort etc. Das kann alles ein Sektor im Kuchendiagramm sein.
Dann muss man priorisieren: Was ist wichtiger? Gehalt? Unternehmenskultur? Pendelstrecke? Alles hat unterschiedliche Auswirkungen. Dann bewertet man alles nach Wichtigkeit.
Wenn es mehrere Optionen gibt – zum Beispiel: Wechseln oder bleiben? – kann man sie nach Punkten vergleichen (z.B. Gehalt: 10 Punkte, aber niedrig bewertet = 30 Punkte), und grafisch darstellen, wie die Entscheidung aussieht. Oft merkt man, dass man Dinge overrated hat oder die eigenen Prioritäten sich verschieben.
Wichtig: Auch das Status Quo bewerten – vielleicht ist der beste Weg, einfach zu bleiben. Das Entscheidungsrad hilft, das Ganze zu strukturieren und auch schwer Greifbares messbar zu machen.
Kelsey Alpaio: Ja, das kenne ich auch. Mackenzie oder Elizabeth, habt ihr weitere Tools oder Übungen genutzt?
Mackenzie Dysart: Ich habe mal eine ähnliche Übung mit meiner Therapeutin gemacht. Es war ein Werte-Kartenspiel, bei dem man immer zwei Karten vergleichen musste – zum Beispiel Ehrlichkeit gegen Transparenz, Ehrlichkeit gegen Pünktlichkeit. Am Ende hat man eine Top-10-Liste von Kernwerten, die einem im Job wichtig sind.
Das hat mir geholfen zu verstehen, warum ich mich mal in einem früheren Job unwohl fühlte – es gab ein Missverhältnis zwischen meinen moralischen Werten und dem, was passierte. Dafür gibt es einen Begriff: Moral Injury. Das ist anders als Burnout; es ist, wenn du und das Unternehmen einfach nicht zusammenpasst.
Durch die Übung habe ich verstanden: Ehrlichkeit ist mir nicht so wichtig wie Transparenz. Mir reicht auch die Aussage "Ich kann dir das gerade nicht sagen, aber …" – der Kontext ist wichtig, als Person und als Arbeitnehmerin.
So habe ich erkannt: Der Status Quo passt für mich nicht mehr, und ich muss etwas ändern, weil ich sonst unglücklich bleibe. Sonst neige ich dazu, alles gleichmäßig hoch oder niedrig zu bewerten. Das Kartenspiel zwingt zu Klarheit – kann man bestimmt auch online machen, sehr empfehlenswert, nicht nur im Job.
Elizabeth Harrin: Wir haben mal bei der Arbeit eine ähnliche Umfrage gemacht: Fragebogen ausfüllen, und dann kamen die wichtigsten Motivationsfaktoren heraus. Im Gesundheitswesen sagten alle: "Ich werde durch Fürsorge motiviert, durch gute Arbeit" – und bei mir war es: "Ich werde durch Geld motiviert." Je nach Situation und Lebensphase variiert das. Wahrscheinlich würde ich heute anders antworten als in meinen Dreißigern; vielleicht wäre jetzt Flexibilität und mit den Kindern zuhause sein wichtig.
Solche Tools definieren dich nicht für immer. Die Kernwerte bleiben vermutlich, aber Prioritäten können sich mit der Zeit verschieben.
Kelsey Alpaio: Genau, guter Punkt. Die nächste Frage richtet sich an die "zufälligen" PMs – also alle, die nicht gezielt PM werden wollten. Mackenzie, bei dir war es bewusst, aber Elizabeth und Ben, würdet ihr sagen, ihr seid zufällig PM geworden?
Elizabeth Harrin: Ich habe mich bewusst dafür entschieden.
An der Uni wusste ich gar nicht, dass es Projektmanagement als Beruf gibt, aber im Job habe ich das schnell entdeckt und festgestellt: Das will ich machen.
Kelsey Alpaio: Und du, Ben?
Ben Chan: Bei mir war es eher Zufall. Mein erster Kontakt mit Projektmanagement war im Studium (Computer Engineering), aber ehrlich: Die Hälfte der Zeit bin ich dabei eingeschlafen. Ironisch, dass ich heute so tief drin stecke! Ins Consulting bin ich dann gerutscht, um die Lieferung von Projekten besser zu steuern.
In Beratungsunternehmen hat man das Ziel, zum Beispiel Verträge zu verlängern, manchmal steht dann PM nicht so im Zentrum, wie es sollte.
Kelsey Alpaio: Wir hören oft: "Ich habe das nicht geplant, bin irgendwie da gelandet." Was rätst du PMs, die unbewusst hineingeschlittert sind und nun wirklich selbst das Steuer übernehmen wollen? Ben, du bist ja ein Zufalls-PM …
Ben Chan: Ein bisschen klischeehaft, aber: Du musst wirklich herausfinden, was du willst. Willst du PM sein? Wenn du übernehmen willst, musst du wissen, wo du hinwillst.
Viele gehen nur weg vom alten Job, wissen aber nicht, wohin sie eigentlich hinwollen. Das ist die schwierigere Frage. Was willst du anstreben? Welche Werte sind dir wichtig? Worauf arbeitest du hin?
Ich selbst war lange sprunghaft, habe Firmen gewechselt und immer nur festgestellt, was mir NICHT gefällt. Erst ab 40 habe ich wirklich verstanden, was ich will – es ist nie zu spät! Aber es ist ein langer Prozess.
Kelsey Alpaio: Ja, das Bild mit dem Weglaufen und Wohinlaufen ist sehr treffend. Das ist vielen gar nicht bewusst, wenn sie auf Jobsuche sind. Aber das bringt uns schon zum nächsten Teil: Wie können PMs ihr Berufsleben aktiv gestalten und Entscheidungen für sich treffen?
Eine Option: Branchenwechsel oder Spezialisierung. Beides öffnet Türen, aber bringt auch Kompromisse mit sich. Gerade ist viel Hype um technische PMs, KI-Know-how usw. Was haltet ihr von diesen Wegen? Generalist:in bleiben oder spezialisieren?
Mackenzie, magst du anfangen?
Mackenzie Dysart: Gern. Ich bin eher ein Generalist. Ich habe nie wirklich spezialisiert, sondern springe immer wieder in Neues rein. Aktuell leite ich Datenschutzprojekte (bin jetzt "Datenschutz-Expertin" bei meinen Kunden, was witzig ist, denn ich arbeite ständig mit Juristen). Seit einem Jahr lerne ich viel Neues, aber gleichzeitig leite ich auch das Entwickler:innen-Team für deren Plattform und beschäftige mich mit Themen wie Kubernetes-Kosten, von denen ich zuvor nie gehört hatte. Mein Skill: organisieren, liefern, planen – das kann ich als Generalistin überall einsetzen.
Ich habe in vielen Branchen gearbeitet: Finanzen, derzeit Tech, vorher Nonprofit-Agentur (hauptsächlich Websites), Gesundheitsbereich, … von allem etwas. Das gibt mir Flexibilität bei Jobwahl und Beratung: Ich kann überall eingesetzt werden, weil ich nicht in einem Bereich zu tief bin. Aber manche Branchen, z.B. Gesundheit, wollen Leute mit Spezialwissen und fürchten, dass man erst eingearbeitet werden muss. Wenn du aber beweisen kannst, dass du schnell lernst und Methoden auf verschiedene Bereiche anwenden kannst, wird das manchmal erkannt, manchmal nicht.
Manche Branchen wollen absolute Spezialist:innen, z.B. E-Commerce. Die verlangen 5–10 Jahre Erfahrung in genau ihrem Feld, auch bei Einsteigerstellen. Manchmal limitiert das als Generalist:in. Aber ich mag die Vielfalt und die Flexibilität.
Kelsey Alpaio: Meinst du E-Commerce mehr technisch oder mehr Content?
Mackenzie Dysart: Ich meinte in erster Linie Einzelhändler mit eigenen Tech-Teams (Lululemon, Nicks etc.), die Websites, Backends, Payment usw. selbst entwickeln, aber genauso Content. Beide Seiten: Technische oder inhaltliche Verantwortliche für E-Commerce-Lösungen im eigenen Haus.
Kelsey Alpaio: Elizabeth, wie siehst du das? Auch du hast verschiedene Branchen kennengelernt … Wie stehst du aktuell zur Spezialisierung?
Elizabeth Harrin: Ich fühle mich auch weiterhin als Generalistin – wie Mackenzie habe ich Projekte im Bereich Business Change, Datenschutz, Prozessoptimierung, Technologie, … gemacht. Aber ich hätte ein Problem, wenn ich z.B. eine Tiefgarage bauen sollte oder im Öl- und Gasbereich tätig sein müsste – das sind ganz andere Welten.
Je höher du aufsteigst, desto mehr solltest du generalistisch können. Wer z.B. Programmmanager:in oder Teamleiter:in werden will, braucht einen breiten Pool an sozialen, Management- und Führungskompetenzen – du bist weniger im Detail, je erfahrener du wirst.
Das sollte man bedenken, wenn man über 3- oder 5-Jahres-Pläne nachdenkt.
Kelsey Alpaio: Ja, einer der Trends: Obwohl die Gehälter recht konstant bleiben, sollen PMs heute mehr Aufgaben übernehmen als je zuvor und Generalist:innen sein.
Ben, wie siehst du die Weiterentwicklung des PM-Roles und was bedeutet das für die Karriereplanung?
Ben Chan: Interessante Frage. Es kommt oft darauf an, wer die Stelle ausschreibt und was sie unter PM verstehen. Manche erwarten "Mitarbeiter für alles", sogar Coding, … Das ist dann kein klassischer PM mehr. Man muss die Erwartungshaltung prüfen.
Der PM-Job entwickelt sich aber immer weiter dahin, mit Menschen zu arbeiten. Neben den Methoden (Agile etc.) geht es darauf hinaus, wie wir Wert erzielen. Als PM solltest du dich weniger als Manager:in und mehr als strategische:r Leader:in sehen; wie beeinflusst du das große Ganze? Das hilft, Türen zu größeren Aufträgen oder besserer Vergütung zu öffnen.
Für mich, als Freelancer und PM-Berater, bringt Generalismus den Vorteil der "Bestäubung": Erfahrungen aus verschiedenen Branchen brechen Vorurteile auf und schaffen echten Mehrwert. Das schätzen viele Kund:innen sehr.
Kelsey Alpaio: Absolut. Noch ein paar Daten: Zertifikate haben laut unserem Gehaltsleitfaden oft einen klaren Einfluss auf die Bezahlung. 78 % der Befragten mit Zertifikat sagen, es habe sich auf Gehalt oder Karriere ausgewirkt. Zertifizierung kostet aber Zeit, Geld und Energie. Wann lohnt es sich? Wie gehst du diese Entscheidung an? Mackenzie?
Mackenzie Dysart: Absolut. Zuerst: Recherche, welche Zertifikate werden in den angestrebten Rollen und Branchen verlangt? Das variiert. In Banken z.B. wird meist PMP erwartet. Im Bau und Maschinenwesen auch. In Software-Agenturen lieber CSM oder Scrum Alliance etc. Guck in die Jobbeschreibungen.
Gerade, wenn du am Anfang stehst oder auf neue Jobs wechseln willst, hilft das Zertifikat, um bei Suchsystemen nicht direkt rauszufliegen. Aus eigener Erfahrung als frühere Recruiterin: Recruiter:innen suchen nach Schlagworten und Abkürzungen im Lebenslauf.
Als ich damals auf PM umsteigen wollte, hatte ich (noch) kein PMP, aber schrieb "arbeite an PMP" in den CV, um nicht rausgefiltert zu werden. Das ist mein "Cheat Code".
Aber: Es ist eine Frage von Zeit und Geld – diese Zertifikate sind teuer. Also: Was wird wirklich verlangt? Und: Man nutzt das Wissen im Alltag oft gar nicht, aber es verbessert die Auswahlchancen.
Wer ein gutes Netzwerk hat, braucht teils keine Zertifikate mehr, weil "Vitamin B" oft ausreicht – so kam ich auch an meinen aktuellen Job.
Kelsey Alpaio: Ja, das mit "arbeite an PMP" fand ich super – steht auch im Gehaltsleitfaden. Noch eine Frage zu KI und Wandel: In Zeiten großer Ungewissheit ist es schwer, proaktiv Entscheidungen zu treffen. Habt ihr schon mal einen größeren Wandel im PM erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen? Elizabeth?
Elizabeth Harrin: Ich bin noch aus einer Zeit, als Homeoffice gar nicht Standard war. 2008 habe ich bei einem Event in London erklärt: Wir sollten alle mit Kollaborationstools arbeiten – damals war das revolutionär. Heute ist das selbstverständlich. Es gibt immer wieder große Technologietrends oder Umbrüche, an die sich PMs anpassen müssen.
Wir haben keine Kristallkugel – in 10 oder 30 Jahren wird ein "PM für KI" selbstverständlich sein, dann heißt es vielleicht einfach "Projektmanager:in".
Man sollte sich nicht zu sehr stressen. Setz dir einen Werdegang für die nächsten 1–3 Jahre, damit du das steuern kannst. Was in fünfzehn Jahren kommt, weiß niemand. Langfristig planen ist gut, aber die nächsten Schritte sind wichtiger.
Kelsey Alpaio: Absolut sinnvoll. Ben oder Mackenzie, wie denkt ihr darüber?
Ben Chan: KI kommt mit Tempo – viele fragen sich: Was mache ich jetzt? Ich selbst habe noch erlebt, wie Softwareentwicklung groß nach Indien ausgelagert wurde. Wer kein Top-Entwickler war, hatte es plötzlich schwer – nach fünf Jahren Ausbildung fühlte ich mich überflüssig und rutschte ins Consulting.
Deshalb: Hab keine Angst vorm Experimentieren, probier verschiedene Felder. Frag dich immer: Was will ich? Was macht mir Spaß? Und lerne, neue Tools zu nutzen.
Der schwierigste Part heute: Der Einstieg ins PM. Viele KI-Tools übernehmen inzwischen Routine- und Koordinationsaufgaben, die früher der Einstieg waren. Wie bringt man neue Leute noch ins PM?
Kelsey Alpaio: Das ist spannend! Wir sprechen im Gehaltsleitfaden auch darüber, dass Einstiegsstellen seltener werden und was das fürs Gehalt bedeutet. Schauen wir auf Fragen aus dem Publikum: Wie positioniert man sich als Senior-Generalist:in im PM als wertvolle:r Mitarbeiter:in? Bringen mehr Zertifikate Vorteile? Gibt es offenere Branchen? Wer will dazu was sagen?
Elizabeth Harrin: Mehr Zertifikate helfen ab einem gewissen Level eher wenig – als Senior geht es vor allem um Führung, Soft Skills, Beeinflussung, Netzwerk. Das deckt auch der Gehaltsleitfaden ab: Das erste Zertifikat bringt einen Gehaltssprung, weitere bringen meist keinen nennenswerten Mehrwert.
Wenn du in eine neue Branche willst, hilft ein passendes Zertifikat, wie Mackenzie sagte. Aber generell: Positioniere dich als Senior durch dein Know-how, Prozess-Kenntnis, internes Netzwerk und deine Bandbreite an Skills.
Mackenzie Dysart: Ähnlich: Wenn du auf Branchenwechsel setzt oder Interesse zeigen willst, helfen Extra-Zertifikate. Ich arbeite zurzeit viel im Datenschutz, finde das spannend, und habe intern Privacy-Schulungen gemacht, erwäge eine Privacy-Zertifizierung – rein aus Interesse, nicht für Karriereziele. Das kann man dann als Zusatzinteresse im Lebenslauf erwähnen.
Weiterbildung z.B. zu Leadership lohnt sich, auch als Nachweis für ständiges Lernen. Aber generell – ein weiteres Zertifikat macht aus dir keinen besseren Senior PM. Am wichtigsten bleiben Personal- und Soft Skills.
Kelsey Alpaio: Ähnliche Frage: Wie bewirbt man sich für andere Branchen und positioniert sich als sinnvoller Kandidat – gerade bei einem engen Arbeitsmarkt, in dem extreme Spezialkenntnisse gefragt sind? Ben?
Ben Chan: Ich bin recht oft branchenübergreifend tätig. Mein Tipp: Schlage Brücken von deinen Erfahrungen zu den neuen Anforderungen. Oft sind die Prinzipien ähnlich; informiere dich über das Geschäft, bring deine Erfahrungen als wertvolle Parallelen ein.
Einmal gewann ich das Vertrauen eines rein agilen Kunden mit hybriden Methoden (z.B. Nutzerkommunikation besser planbar machen mit etwas "Wasserfall"), um Change Fatigue zu vermeiden. Überlege dir kreative, übertragbare Lösungsansätze – Unternehmen wollen am Ende Umsatz machen. Je klarer du zeigen kannst, wie du als PM das Team und Stakeholder managst, desto mehr überzeugst du.
Außerdem: Netzwerken! Die KI-gestützten Systeme können dich rausfiltern, aber echte Kontakte öffnen Türen.
Elizabeth Harrin: Und: Wir sind die Projektmanagement-Expert:innen – das ist genau das, was Firmen suchen: das Bindeglied, das Teams zusammenführt, egal ob Scrum oder Wasserfall. Nicht die Detailkenntnisse machen uns wertvoll, sondern das Gesamtpaket PM-Kompetenz. Trau dich ruhig, dich auch ohne Spezialkenntnisse zu bewerben, und erläutere im Gespräch den Transfer deiner Skills.
Kelsey Alpaio: Super! Hier noch eine aktuelle Frage: Was rätst du einem PM, der nach der Kündigung sieben Monate gebraucht hat, um eine neue Stelle (= -18% Gehalt) zu bekommen, wo es gerade super läuft, aber das Gehalt drückt? Sollte man wegen Loyalität bleiben oder wegen Geld wechseln? Und Courtney fragt: Ich mag mein Gehalt, aber nicht die Aufgaben – Bleiben oder Wechseln? Mackenzie?
Mackenzie Dysart: Viele Gedanken. Das Wichtigste: Gibt es bei deinem Arbeitgebenden das, was du suchst? Wer zu wenig spannende Projekte bekommt, kann Kolleg:innen/Manager:innen ansprechen und klären, wie du mehr vom gewünschten machen kannst (z.B. von Maintenance zu größeren Projekten).
Das gleiche gilt beim Gehalt: Wie liegen die Gehaltsbänder? Finde zwei oder mehr Datenpunkte (z.B. Glassdoor, DPM Salary Guide) und führe bei Performance-Feedback-Gesprächen ein faires Gespräch: Ich habe einen Cut gemacht, Marktwert ist höher, ich würde gerne angeglichen werden.
Manchmal zahlt Branche/Organisation einfach weniger, aber dafür lohnt sich der Sinn – etwa im Nonprofit-Bereich.
Kelsey Alpaio: Ja, viele gute Quellen nutzen und immer gut vorbereitet in Gehaltsgespräche gehen.
Nächste Frage: Jemand hatte eine 18-monatige Auszeit – hilft eine Scaled-Agile-Zertifizierung beim Wiedereinstieg ins Finanzwesen? Tipps für das Planung bei einem Neustart? Elizabeth?
Elizabeth Harrin: Ja, gerade nach Elternzeit z.B. gibt es den "Motherhood Penalty" beim Gehalt, daher so viel wie möglich verlangen. Welche Zertis sind wirklich gefragt? Wie Mackenzie schon sagte: Immer auf die tatsächlichen Anforderungen in Stellenanzeigen achten und gezielt auf die Branche vorbereiten. Auch LinkedIn Learning, Podcasts, Community – alles hilft, fachlich aktuell zu bleiben und das im Interview zu zeigen.
Kelsey Alpaio: Guter Hinweis. Letzte Publikumsfrage: Wie wichtig ist "Vitamin B" statt "Was du weißt", gerade wo KI-basierte Bewerbersysteme dominieren? Ist das Netzwerk wichtiger denn je? Ben?
Ben Chan: Ja, absolut. Inzwischen erstellen Leute KI-Lebensläufe und werden von KI bewertet – entscheidend sind die Beziehungen! Ich habe seit über sechs Jahren keinen Job mehr klassisch beworben, alles über Netzwerke und Recommendations. Firmen wollen Vertrauenspersonen. Je mehr Vertrauen, desto besser.
Kelsey Alpaio: Vielen Dank an die Panelist:innen für ihre Zeit und die spannenden Insights heute.
