Wie 3 Projektmanager:innen nach einer Entlassung ihre Karriere neu aufgebaut haben (inkl. Q&A)
Als Projektmanager:in entlassen zu werden, trifft hart. Es geht nicht nur um den verlorenen Job – sondern auch um die Unsicherheit danach. Wie erkläre ich das im Lebenslauf? Soll ich gleich wieder loslegen oder mir erst eine Auszeit nehmen? Ist Freiberuflichkeit vielleicht eine Option? Es gibt viel zu überlegen, aber du musst das nicht alleine schaffen.
Sei am 26. März um 18 Uhr MEZ dabei, wenn wir offen mit drei Projektmanager:innen sprechen, die diese Erfahrung gemacht haben – und gestärkt daraus hervorgegangen sind. Sie erzählen ganz konkret, wie sie ihre Karriere nach der Entlassung wieder aufgebaut haben, was funktioniert hat (und was nicht) und wie du mit neuem Selbstvertrauen voranschreiten kannst.
Ob du aktiv auf Jobsuche bist, neue Möglichkeiten erkundest oder dich einfach nur vorbereiten willst: In dieser Session bekommst du ehrliche Einblicke und praktische Strategien für deinen Neustart.
Die Session ist in zwei Teile gegliedert.
Teil 1 – Offen für alle
In diesen 30 Minuten lernst du:
- Wie sich eine Entlassung als Projektmanager:in wirklich anfühlt und wie du sie verarbeiten kannst
- Welche ersten Schritte du am besten – emotional wie beruflich – nach der Kündigung gehst
- Welche Karrierewege es gibt, vom nächsten Festanstellung über Freelancing bis zur bewussten Auszeit
Teil 2 – Nur für Mitglieder
Im zweiten Teil gibt es ein exklusives Q&A mit unseren Speaker:innen – nur für DPM-Mitglieder. Sie beantworten live die dringendsten Fragen unserer Community.
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[00:00:00] Kelsey Alpaio: Willkommen zu unserer neuesten Community-Eventreihe! Wir freuen uns, dass sich unsere Events zu einem wertvollen Treffpunkt entwickeln und dass ihr heute dabei seid. Mein Name ist Kelsey Alpaio, ich bin die Executive Editorin beim Digital Project Manager.
In der heutigen Session geht es darum, wie drei Projektmanager:innen nach Entlassungen ihre Karriere neu gestartet haben. Zunächst holen wir mit einer Umfrage ein kurzes Stimmungsbild und dann stelle ich gleich unser Panel vor. Wir sprechen mit führenden Stimmen und Expert:innen aus dem Digitalprojektmanagement.
Wir begrüßen Nicolasa Galvez. Nicolasa ist Anti-Karriere-Coach für Menschen, die sich im Job festgefahren oder unterbewertet fühlen. Mit Erfahrungen sowohl im klassischen Unternehmensumfeld als auch in mission-driven Organisationen bringt sie ihre offene Art und Erfahrung für unerwartete Karrieretransitionen ein. Nico, du hast in deiner Laufbahn viele unterschiedliche Jobs gemacht und warst einmal sogar PM bei der Renovierung eines Promi-Hauses. Magst du erzählen, um wen es ging und wie du an diesen Auftrag gekommen bist?
[00:01:18] Nicolassa Galvez: Ähm, es war ein berühmter Pirat aus Fluch der Karibik, falls das hilft. Das war übrigens nach einem schmerzhaften Jobverlust. Ich hatte einen toxischen Job verlassen, brauchte einfach erstmal Sicherheit, auch wenn es mit einem großen Gehaltsverlust verbunden war. Die Sicherheit und das neue Setting waren aber wichtiger und ich fand PMing im Bau so spannend und greifbar – ein toller Wechsel.
[00:01:59] Kelsey Alpaio: Sehr cool! Heute ist auch Thako Harris bei uns.
Thako ist erfahrener Operations- und Ressourcenmanager mit über 11 Jahren Berufserfahrung im Projektmanagement – unter anderem mit Kunden wie Subaru, Noom, GNC und Comcast. Thako, du hast in Spanien über Jahre eine Gravelbike-Community aufgebaut und ziehst jetzt bald zurück in die USA. Hast du dort ähnliche Pläne?
[00:02:34] Thako Harris: Ja, genau. Ziel ist, dort auch wieder eine Community aufzubauen bzw. einer beizutreten und Touren zu organisieren – zu den wunderschönen Strecken, die ich in Spanien kennengelernt habe.
[00:02:50] Kelsey Alpaio: Großartig! Und dann haben wir noch Nataa Baqui. Nataa bringt über 10 Jahre Erfahrung als Digital Project Managerin mit.
Sie [00:03:00] leitete Projekte im Bereich innovativer Mobil- und Webanwendungen für neue Technologien wie AR, VR und KI. Nataa, du hast uns vorhin erzählt, dass bald der fünfte Geburtstag deiner Tochter ansteht. Was wünschen Kids sich aktuell mit fünf?
[00:03:17] Nadaa Baqui: Also, meine wünscht sich aktuell ein eigenes Haus fürs Pony. Aber wir haben keinen Platz. Sie sagt dann einfach: “Kauf doch auch gleich einen Stall dazu …!” Also, ganz bescheiden. Keine großen Erwartungen!
[00:03:35] Kelsey Alpaio: Spannend! Offenbar sind Ponys immer noch der Renner. Ich warte auch noch auf meins!
Wir legen gleich los. Die ersten Umfrageergebnisse trudeln ein. Viele melden sich, weil sie ebenfalls bereits von Entlassungen betroffen sind oder Angst davor haben. Genau da wollen wir gemeinsam reinschauen.
Auch diese Session ist in zwei Teile gegliedert: Zunächst hören wir die Geschichten unserer Gäste und Lehren aus ihren Entlassungen; im zweiten Teil folgt ein exklusives Q&A für DPM-Mitglieder – Link dazu im Slack.
Das ist eines von mehreren monatlichen Formaten exklusiv für unsere Community – inklusive Zugriff auf alle bisherigen Session-Aufzeichnungen, zahlreiche Vorlagen und Minikurse sowie unseren Zertifikatskurs “Mastering Digital Project Management”.
Du willst dabei sein? Dann schau vorbei auf thedigitalprojectmanager.com/membership. Zum Start möchte ich mich bei allen Panelist:innen bedanken, dass sie dabei sind und so offen ihre Geschichten teilen [00:05:00]. Das ist persönlich und emotional, braucht viel Mut – aber wie alle hier wissen: Entlassungen sind leider sehr verbreitet. Je offener wir sprechen, desto weniger isoliert ist man damit. Fangen wir also gleich an: Ich würde mich freuen, wenn jede:r von euch ihre/seine Entlassungsgeschichte teilen könnte. Was ist passiert, wo seid ihr gelandet, wie lange hat das “Zurückkommen” gebraucht? Nataa, magst du beginnen?
[00:05:31] Nadaa Baqui: Danke Kelsey. Hallo an alle; schön, euch aus so unterschiedlichen Bereichen hier zu sehen. Erstmal: Die DPM-Community war für mich immer eine große Stütze. Ich freue mich, meine Geschichte zu erzählen.
Was meine Entlassung betrifft: Die Lage war schon länger schwierig, Projekte blieben aus. Ich hatte Bedenken bezüglich meiner Zukunft in der Agentur, dennoch kam die Kündigung unerwartet – Sommer 2024. Gerade war ich in ein spannendes Projekt eingestiegen, und zack: Die Nachricht der Entlassung da.
Die Agentur machte eine Entlassungsrunde, ich war betroffen. Es war das erste Mal, dass ich so etwas erlebte, und es war ein Schock – ich war verloren, wusste nicht weiter. Die ersten Tage verbrachte ich mit ständigem Email-Refresh, ungewohnt ohne Slack, ohne Meetings, es fühlte sich leer an.
Und [00:07:00] die größte Sorge war finanziell: Ich bin Mutter, habe eine Hypothek – und die Arbeitsmarktlage war miserabel. Der Stress war enorm. Ich brauchte einfach Zeit, um das zu verdauen, die habe ich mir genommen. Das kann ich wirklich nur empfehlen, wenn es finanziell machbar ist.
Also habe ich meinen Lebenslauf und mein Portfolio überarbeitet, aber mich noch nicht bereit gefühlt, Bewerbungen zu schreiben. Erst später im Herbst habe ich dann eine Stelle bei Skillshare gefunden. Es war nur ein Vertrag, aber das Team war großartig – das hat mir wirklich geholfen, wieder zu mir zu finden. Ich bin heute wieder an einem besseren Punkt.
[00:08:14] Kelsey Alpaio: Danke fürs Teilen! Nicolasa, magst du uns auch deine Entlassungs- oder Kündigungsgeschichte berichten?
[00:08:22] Nicolassa Galvez: Ich wurde tatsächlich schon zweimal gekündigt und einmal entlassen. Ich erzähle mal die Kündigungsstory, denn das war eine feste PM-Stelle. Mein Arbeitgeber wusste, dass ich mit der Position kämpfte. Es war halt viel Mittelmanagement. Mir wurde klar: Ich liebe die Theorie und die Prozesse des PM, aber letztlich ist es ein People-Job – und weniger das reine Projektmanagement selbst.
[00:09:00] Ich hatte nicht genug Erfahrung dafür. Ich wusste nicht, dass ich gekündigt werden würde – bei einem zufälligen Pep-Talk für einen Kollegen (bei dem meine Chefin heimlich zuhörte) hat diese das aber als Angriff empfunden. Kurz danach holte sie mich zum Video-Call nach einer Teamrunde – und da war dann die Kündigung. Wir waren eigentlich befreundet, es wurde ein langes, sehr emotionales Gespräch.
Es war richtig hart. Danach habe ich geweint, meinen Partner angerufen. Zum Glück konnte sie uns finanziell über Wasser halten, aber bei einer meiner Entlassungen war das anders: Ich kündigte meine Wohnung, weil ich wusste, ich kann mir das nicht leisten. Meine Mutter brachte alles ins Lager, ich habe auf Sofas übernachtet, war irgendwann obdachlos. So schlimm war es, dass ich wusste, ich gehe nicht direkt zurück in den Jobmarkt – aber Geld musste irgendwie her, zurück in einen Vollzeitjob ging nicht.
[00:10:37] Kelsey Alpaio: Wow.
Danke auch für diese Offenheit. Thako, magst du deine Entlassungsgeschichte schildern?
[00:10:45] Thako Harris: Klar. Ich kam ursprünglich aus dem Lehramt und wechselte ins Projektmanagement. Wir verloren einen großen Kunden, dann hofften alle auf einen Folgekunden. In der Zwischenzeit habe ich viele Admin-Aufgaben übernommen, Lagerraum ausgeräumt und ähnliches – ein komisches Gefühl. Ich habe schon geahnt, dass etwas bevorsteht.
Irgendwann gab es dann einen kurzfristig anberaumten 15-Minuten-Call ohne Thema – und so kam die Kündigung. Ich habe dann sogar noch meine Chefin getröstet, weil sie so traurig war, statt umgekehrt! Danach wollten alle noch was trinken gehen – aber ich habe abgelehnt, wollte einfach nicht.
Zum Glück fahre ich viel Rad – so konnte ich Dampf ablassen, laufen gehen etc. Auf dem Weg habe ich gute Kontakte geknüpft – Designer:innen, Texter:innen, viele wollten helfen. Eine Designerin hat mir meinen Lebenslauf aufpoliert, das öffnete Türen bei einer Personalvermittlung, so kam ich zum nächsten Job.
Auch dort wurde ich später „aus finanziellen Gründen“ kurz vor Übernahme wieder entlassen. In der Werbeagenturbranche hatte ich das Gefühl: Geht das jetzt immer so, alle paar Jahre Jobverlust, jedes Q4 schauen, ob man bleibt?
Aber mein Netzwerk hat letztlich geholfen, z.B. Kontakte über die Radszene, ein Creative Director und seine Frau haben mich empfohlen – so kam ich zu einer Firma, bei der ich fast sieben Jahre blieb.
Jedes Mal war es hart, aber es hat letztlich immer dank Beziehungen geklappt: echte Kontakte sind das Entscheidende.
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