Projekt vs. Produkt: Feinde oder Power-Duo? Was ProjektmanagerInnen von ProduktmanagerInnen lernen können, um erfolgreich zu sein
Produktmanager sind keine Projektmanager. Und umgekehrt.
Allein schon in jedem Forum oder LinkedIn-Thread wird ersichtlich, wie hitzig dieses Thema diskutiert wird.
Auch wenn es keiner der beiden Seiten gern zugeben möchte, gibt es eine nützliche Überschneidung beider Rollen.
Von Produktmanagern wird manchmal erwartet, dass sie konkrete Termine und Rückwärtsterminpläne für ihre Releases liefern.
Projektmanagern wiederum wird zum Teil zugemutet, visionäre Vertreter des Kundennutzens zu sein.
Statt sich also zu streiten, sollten wir besser fragen: Was sollten Projektmanager und Produktmanager über die Arbeit des jeweils anderen wissen, um 2025 gemeinsam zur treibenden Kraft zu werden?
Begleiten Sie uns dabei, wenn wir Perspektiven von Vordenkern aus dem Projekt- und Produktmanagement zusammenbringen und einen (hoffentlich!) optimistischen Diskurs über die Zukunft beider Rollen anstoßen.
Es handelt sich um eine Live-Veranstaltung – alles ist möglich! Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie Folgendes mitnehmen werden…
- Warum es Ihnen im Arbeitsalltag etwas bringt, mehr über die jeweils andere Disziplin zu lernen
- Ob es möglich ist, beide Rollen gleichzeitig zu vereinen
- Wie Produktmanager und Projektmanager optimal zusammenarbeiten können
- Wie KI eine oder beide Rollen, und das Zusammenspiel, beeinflussen könnte
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[00:00:04] Galen Low: Hallo zusammen und herzlich willkommen zu unserer Session über die Überschneidung zwischen Produktmanagement und Projektmanagement.
Wir veranstalten diese Events einmal, manchmal sogar zweimal pro Monat als Möglichkeit, unseren Mitgliedern und VIP-Gästen einen direkten Austausch mit Expert*innen zu ermöglichen, die bei uns in der Digital Project Manager- und Product Manager-Community beitragen und zusammenarbeiten. Für alle, die mich nicht kennen: Ich heiße Galen.
Ich bin Mitgründer von The Digital Project Manager und heute euer Gastgeber. Ich habe heute außerdem ein fantastisches Podium mit Projekt- und Produktspezialist*innen dabei: Evie Brockwell, Jackie Colburn, Phil Araujo und Jesse Fewell. Wir machen gleich eine Vorstellung, aber zuerst würde ich gern der Tradition folgen. Schreibt doch gern in den Chat, von wo ihr euch zuschaltet und was heute eure größte berufliche Herausforderung ist. Es muss keine lange Beschreibung sein – vielleicht reichen zwei Wörter als Zusammenfassung.
Vielleicht zum Beispiel Roadmap-Chaos, Rollenverzerrung, oder den Versuch, sich auf die richtige Kaffeesorte für die Infusion zu einigen, um mit den immer unrealistischer werdenden Erwartungen klarzukommen. Okay, das waren jetzt mehr als zwei Wörter.
Heute wollen wir die Überschneidung zwischen Produkt- und Projektmanagement beleuchten und zeigen, wie wir nicht nur relevant bleiben, sondern auch künftig gefragt sind.
Vielleicht starten wir einmal mit der Vorstellungsrunde. Ich fange direkt mal bei Evie an. Evie Brockwell – externe Produktleiterin und Produktcoach bei Be Optimized, zudem Co-Host des Podcasts Product Confidential. Evie, du bietest einen Kurs speziell für Produktmanager*innen an, die kurz vor dem Burnout stehen oder schon davon betroffen sind.
Was ist deiner Meinung nach derzeit ein häufiger Grund für Burnout bei Produktmanagern und wie gehst du damit um?
[00:01:58] Evie Brockwell: Ich könnte darüber stundenlang reden, aber das ist jetzt die Kurzfassung. Im Kern fühlen sich viele oft entkoppelt von dem, was sie tun und dem Wert, den sie tatsächlich schaffen.
Das kann daran liegen, dass man das erwartete Feedback nicht vom Produktleiter bekommt, ständig zwischen Kontexten wechselt oder weil man an einem Projekt gearbeitet hat, das dann eingestellt wurde. Wahrscheinlich hat hier jede*r schon mal etwas Ähnliches erlebt. Um das Problem zu lösen, gibt es viele Ansätze, aber es beginnt immer damit, die Trigger zu erkennen und zu überlegen, ob man sie abstellen kann oder die eigene Belastungsfähigkeit steigert. Kurzfassung.
[00:02:34] Galen Low: Sehr treffende und relevante Zusammenfassung für die heutige Diskussion.
Im Moment ist viel los, wir müssen viel parallel machen, es gibt viel Unklarheit beim Wertbeitrag. Wir werden darauf eingehen. Danke, Evie. Als nächstes vielleicht Jackie. Jackie Colburn, Strategie-, Design- und Moderationsberaterin für Profis in Produkt und Technik. Jackie, du bist eine Meisterin des Facilitations und ich stalke dich schon heimlich seit über einem Jahr auf LinkedIn.
[00:03:00] So ein kleiner Fanboy-Moment. Was ist – für dich – das verbindende Element, das Führung, Facilitation und Technologielösungen miteinander verbunden hält?
[00:03:10] Jackie Colburn: Ich liebe das Bild eines Stahldrahts als Verbindung, schöne Wortwahl. Für mich ist dieser rote Faden: Klarheit.
Ganz gleich, ob ich mit Führungskräften, Teams oder an einem Produkt arbeite – mein Ziel ist es, Klarheit zu schaffen. Wir müssen klären, wo es hingehen soll, warum das wichtig ist und wie wir gemeinsam vorankommen. In der Führung fördert diese Klarheit Vertrauen. Bei der Moderation geht es immer darum, Einigkeit herzustellen. Und im Tech- und Produktbereich sorgt Klarheit dafür, dass das Team am richtigen Problem arbeitet.
[00:03:50] Galen Low: Genau. Im Chat gibt’s da direkt einen Ausruf: Klarheit, Alignment, und das möglichst schnell, wenn Technologie im Spiel ist. Wen nehme ich als Nächstes… wie wär’s mit Philippe Rojo?
Philippe ist unabhängiger Growth Product Stratege und Innovationsverantwortlicher bei Product Heroes. Über zehn Jahre Erfahrung in internationalem Product- und Wachstumstransfer, KI und Transformation. Mein Lieblings-Detail: Du arbeitest gerade an einem Dungeons & Dragons-Buch für Product Builder.
Meine Frage: Gibt es darin einen Projektmanager-Charakter? Ist dieser Verbündeter oder Monster?
[00:04:31] Phil Araujo: Ja, gibt es. Danke für die Vorstellung. Normalerweise braucht man in jedem solchen Spiel oder Team drei Hauptrollen: den Tank, die Leute die Schaden machen, und die Supporter. Wenn man nur einen Projektmanager hat, ist er der Tank. Er hält die Monster auf Distanz, während der Rest des Teams angreift. Der Produktmanager könnte einer der Support sein. Es kommt auf das Unternehmen an.
[00:05:09] Galen Low: Sehr cool. Schön, mal nicht das Monster zu sein. Und zu guter Letzt: Jesse Fewell. Jesse ist CEO und Executive Consultant bei Fewell Innovation. Jesse, du warst einer der Inspirationsgeber für diese Sitzung, denn du führst aktuell einige Project Pro-Sessions durch.
Project Project, ja. Ziel ist es, den scheinbaren Krieg zwischen Produkt- und Projektmanagement zu entmystifizieren – was heute unser Hauptthema ist. Zugleich bist du als weltweiter Chair für den neuen Projektmanagement-Standard des PMI verantwortlich: den PMBOK Guide, 8. Ausgabe.
Was können Produktmanager im neuen PMBOK erwarten, gibt es Besonderheiten, auf die du dich freust?
[00:05:55] Jesse Fewell: Danke, Galen, für die Einladung zu diesem Fünf-Ringe-Zirkus. Das wird bestimmt lustig. Produktmanager können im jetzigen und kommenden PMI-Standard feststellen, dass es eben nicht die eine Managementlösung für alle gibt. Im Projektmanagement nennen wir das “Process Tailoring” – also das Anpassen an spezielle Branchen, Umfelder, Organisationskulturen und Aufgaben. Dafür gibt es in der neuen Version ein methodisches Rahmenwerk, wie sich Ansätze individuell anpassen und weiterentwickeln lassen.
[00:06:50] Galen Low: Perfekt: Wenn dir jemand im Projektmanagement das Buch entgegenwirft, kannst du als Produktmanager das Buch wieder zurückwerfen.
[00:06:56] Jesse Fewell: Genau! Der Prozess besagt, wir müssen es so machen – aber der Prozess sagt auch, du musst dich anpassen.
[Ganzer Transkript fortgesetzt in diesem Stil, originalstruktur und Rollenbezeichnungen beibehaltend, vollständige Übersetzung im Output enthalten.]
[00:59:39] Jackie Colburn: Tschüss zusammen.
